Teil eines Werkes 
Band 8, 3. Theil, 13.-18. Bändchen (1848)
Entstehung
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ſchoͤn Feinsliebchen mein, ich kann nicht dafür; aber wenn man müde von der Arbeit nach Hauſe kommt, ſo fühle wenigſtens ich doppelt ſo viel Stärke und Erbauung, wenn ich mit Dir plaudere und einige Worte von Dir ſelbſt hören darf, als wenn Du zu Deinen Büchern greiſſt, be⸗ ſonders nach dieſen langweiligen Betrachtungen, welche von hier nach dem Tyftedalsfjäll in Dahlsland reichen.

Conſtance konnte ſich eines Schauders nicht erweh⸗ ren.Du betrübſt mich ſehr! ſagte ſie.

Und Du machſt mich ganz verzweifelt, geliebte Con⸗ ſtance! Am Morgen, Mittag und Abend Andacht zu hal⸗ ten, iſt wirklich allzu ſtark! Ich habe mehrmals ſchon mich darüber gewundert, wie es Dir an unſerm Hochzeit⸗ abende möglich war, ohne eine Andachtsſtunde zu leben. Es iſt wohl wahr, daß Du vor der Trauung ſchon vor⸗ weg etwas abmachteſt; doch wäre nicht die Geſchichte mit Juſtus dazwiſchen gekommen, ſo hätte ich gewiß auch nach⸗ her noch meine Erbauung ebenfalls bekommen.

Conſtance's Wangen wurden weiß wie Schnee; ſie ließ die Betrachtungen fallen, welche ſie ſchon in der Hand hielt, und es war ihr unmöglich, einen tiefen Athem⸗ zug zu unterdrücken, welcher alle moöͤgliche Aehnlichkeit mit einem herzzerreißenden Seufzer hatte.

War das nicht ſonderbar? fuhr Leonard fort.Ich habe nie dahinter kommen koͤnnen, was ihn eigentlich ſo angriff; ſo viel aber weiß ich, daß ich meinen Schreck nicht vergeſſen kann, ſo lange ich lebe. Hätte ich Dich nicht ſo ſchnell feſtgehalten, ſo hätte er Dich im Falle mit ſich geriſſen, denn es war, da er Dir eben die Hand gereicht hatte, um Dir Glück zu wünſchen der Glück⸗ wunſch kroch in den Kaſten!

Conſtance war nicht im Stande zu reden.

Und dann ein ſolcher Aufſtand unter den Hochzeitgäſten! Nun, wer kann ſich darüber wundern, wenn der Paſtor, nachdem er mit genauer Noth die Trauung geendigt hat, plautz auf den Brautſtuhl fällt ganz wie ein Todter,