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Du von etwas anderem als von der Arbeit aufgehalten worden, guter Leo!“
„Dieſes,„guter Leo!“ hatte einen ſo ſchoͤnen und herzlichen Klang, daß Leonard's Augen vor Freuden fun⸗ kelten.„Ach, wenn Du mich ſo nennen wollteſt— wenn ich dieſen Ton immer hören dürfte!“
Conſtance lächelte ihm zu, und in dieſem Lächeln lag wirklich eine Verſicherung, daß ſie thun wollte, was in ihren Kräften ſtände.
Er fuhr fort:„Ja, ſiehſt Du, damit wollte ich's gerade ſo machen, wie die Kinder, welche das Beſte bis zuletzt aufheben.“
„Gewiß,“ rief Conſtance aus, und ihre Wange wurde von einer fieberhaften Röthe gefärbt,„gewiß haſt Du et⸗ was Gutes gethan?“
„Ja, das will ich hoffen! Ich ging ziemlich früh nach Hauſe, denn ich wollte über die Heide gehen und nachhören, wie ſich nach Deinem Beſuche die alte Annika in ihrer Betrübniß troͤſtete. Ich weiß wohl, ſie kann es ſo bald nicht vergeſſen, daß ihr kleiner Lars vier Ellen hinabgezogen iſt; aber ich dachte, es thut ihr dennoch wohl, wenn ſie ſieht, daß wir immer an ſie denken, und darum ging ich durch die Haſelkoppel und dachte eben daran, wie Annika mich immer an meine alte, liebe Mo⸗ nika erinnerte, als ich dicht neben mir einen Seufzer ver⸗ nahm. Ich ſah mich um und fand ein armes, junges, ſonderbar gekleidetes Frauenzimmer ganz ermattet ſitzen, und den Kopf gegen einen Baumſtamm ſtützen.
„Ach, das war gewiß eine von dieſen bedauernswür⸗ digen Heiden, dieſen unglücklichen Tatarinnen, welche mit den Ihrigen hier in den Bergen umherſtreichen... Nahmſt Du ſie mit?“
„Dieſe war gewiß kein Tatarin; ſie ſind ja gelb wie Wachs, ihre Haare und Augen aber ſchwarz wie Kohlen; dagegen war dieſes ſonderbare Weſen licht und mild mit einem Ausſehen von ſchweren Leiden; und weit entfernt


