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und unter dieſen einige größere, die man Schlangenhügel nannte, und von welchen man ſagte, daß ſie zur Nacht⸗ zeit brannten und donnerten. Alle dieſe Sagen von den Bergen, dem See, den Wäldern und dem Strome feſſel⸗ ten mit geheimnißvoller Macht Conſtance's Gemüth; was ſie aber nie ſehen, und worüber ſie nie Gewißheit haben wollte, das waren die Ueberreſte einer Kapelle an der öſtlichen Seite des Bullar⸗Sees, welche vormals dem St. Michael geweiht geweſen ſein ſollte; denn Conſtance war natürlicher Weiſe allzu heilig, als daß ſie ſich einen Tempel denken konnte, der einem andern geweiht war, als dem Einen Gotte... O, welch ein Unglück, daß der Eine Gott doch bisweilen von einem ſeiner geringſten Schüler repräſentirt wurde!
Der Tag begann ſich ſeinem Ende zu nähern. Leo⸗ nard war mit der Frühlingsarbeit beſchäftigt und daher noch nicht nach Hauſe gekommen, als der Mond, welcher im erſten Viertel ſtand, zu ſcheinen und ſeine bleiche Schleppe auf den ſchmalen Strom zu werfen begann. Die klagenden Töne des Windes ſäuſelten in den Fichten und hinderten Conſtance, deren lauſchendes Ohr dieſe Toͤne vernahm, zu hören, daß jemand durch den kleinen äußern Saal ging.
„Guten Abend, guten Abend, ſchön Feinsliebchen mein! Guten Abend, mein Herzensweib!“
Conſtance flog auf. Wo waren ihre Gedanken ge⸗ weſen? Vielleicht in andern Gebirgen und andern Wäldern. Sie war beinahe verwirrt, als ſie ihr„Will⸗ kommen!“ ausſprach.
„Meinſt Du nicht, daß ich ſehr ſpät komme? Haſt Du Dich nicht gewundert, wo ich geblieben war?“ Und Leonard legte ſeinen ſtarken Arm um den Leib ſeiner Gattin und küßte ſie ſo warm, daß er gar nicht fühlte wie der Kuß unerwiedert blieb.„Wunderteſt Du Dich nicht, wo ich geblieben war?“
„Nein, mein Lieber, ich wunderte mich nicht, denn ich glaubte, daß die Arbeit Dich aufhielt.“


