Zuſchauers in die Orte verſetzt, wo Oſſian's Harfe klang“ — eine vollkommene Wildniß, ſondern man konnte auch die Bewohner als Halbwilde betrachten, welche ſich nur wenig mit dem Ackerbau beſchäftigten, weil ihre Wälder ihnen die Mittel hergaben, ſich durch Tauſchhandel Ge⸗ treide zu verſchaffen. Sie kannten auch die Kunſt zu entbehren, eine Kunſt, die ihnen noch heutiges Tages nicht fehlt: oft kann man in unglücklichen Jahren ſehen, wie in Bullaren das ſchwarze Rindenbrod nicht nur mit dem Muthe der Ergebung, ſondern mit einem gewiſſen philo⸗ ſophiſchen Muthe verzehrt wird. Mit der fehlenden Nei⸗ gung zum Ackerbau, welcher ſich leicht genug erklären läßt, wenn man den unfruchtbaren Boden, die Wälder und die Moore in Erwägung zieht, vereinigte ſich gleich⸗ wohl ein noch ſchlimmrer Fehler, nämlich die fehlende Neigung, Gott und ſein Haus zu ſuchen. Oedman ſagt an einem andern Orte, daß der Name„Bullern“ ſich wahrſcheinlich herleiten läßt von„dem vielen Lärmen im Walde mit dem Hauen der Art, oder davon, daß das Volk, welches in den Bergen wohnte, ehemals ſehr bul⸗ lernd geweſen iſt und ſich viel geſtritten und geſchlagen hat, ſo daß es hier mehre Prozeſſe gegeben hat als anderswo.“
Dem ſei wie ihn wolle, ſo war das Bullar⸗Volk ein wildes Geſchlecht, welches ſelten eine von ſeinen beiden Kirchen beſuchte, bis endlich ein Geiſtlicher mit zu gleicher Zeit edlem und kraftvollem Geiſte berufen wurde, ſich der verirrten Schafe anzunehmen. Seine Thätigkeit, obgleich oft mißverſtanden und verhindert, hat eine ſegensreiche Erndte hinterlaſſen, welche ſich hoffentlich immer mehr und mehr entwickeln wird. Doch in dem Zeitpunkte unſrer Erzählung hatte die Ausſaat zu dieſer Erndte erſt angefangen einen zarten Keim zu treiben. Glücklicher Weiſe war aber dieſer Keim wenigſtens vorhanden, ſonſt würde ganz gewiß Bullaren unter der Hand eines ſolchen Säemannes, wie Grave, nie etwas anderes als verdor⸗ bene Früchte getragen haben.....


