Teil eines Werkes 
Band 8, 3. Theil, 13.-18. Bändchen (1848)
Entstehung
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noch gar kein menſchlicher Fuß dieſes Thal betreten? Man hört nur das Säuſeln in den Kronen der Bäume, das leiſe Geplätſcher, welches ein Fiſch in dem See ver⸗ urſacht, oder das lockende Gezwitſcher eines Vogels, der ſeine Gattin nach Hauſe erwartet. Und über dem Ganzen liegt ein ſo heller und klarer Farbenton, wie man ſich denſelben nur an dem erſten Tage der Schoͤpfung denken ann.

Durch dieſes Härad ſo ſagt Oedman in ſeiner genau vor hundert Jahren herausgegebenen Beſchreibung fließt ein großer, langer See, der Bullare⸗See oder das Bullare⸗Waſſer genannt, ganz niedrig zwiſchen tiefen Thälern und hohen Bergen zu beiden Seiten. Dieſer See, oder vielleicht richtiger dieſe Seen, welche durch einen Strom, Namens Longewalls⸗Elf, verbunden ſind, und in den Idefjord in Norwegen ihr Gewäſſer ergießen, theilen von Norden nach Süden das Härad in zwei Theile.

Unter den vielen und wunderbaren Sagen, die ſich an den Bullar⸗See anſchließen, iſt beſonders eine, welche wir aus Rückſicht auf den kommenden Theil unſrer Er⸗ zählung nicht unterlaſſen koͤnnen, mit den eigenen Worten des genannten Verfaſſers hier anzuführen:

In dem Bullare⸗Waſſer gibt es auch ein Meerthier, die große Schlange geheißen, deſſen Koͤrper ſo groß iſt wie ein jähriges Kalb mit vier Füßen, gleich Gänſefüßen, und welches einen Schwanz wie ein vierfüßiges Thier hat und einen breiten Kopf und in dem Maule gelb wie ein junger Vogel; der Schwanz iſt ſo dick wie ein ſechszölli⸗ ger Balgen und ungefähr ſechs Ellen lang, welches Herr Paſtor Glädda mir ſelbſt erzählt hat, daß er das Thier mit eignen Augen geſehen, ſo wie auch viele andre glaub⸗ würdige Menſchen, welche meinen, daß er zu ſeinem Le⸗ bensunterhalte viele Fiſche im Bullare⸗See verzehrt, wo⸗ ſelbſt er ſeine Wohnung unter einer umfloſſenen Inſel hat, welche Smevijks⸗Oe heißt, eine Meile von dem Pfarrhofe