Teil eines Werkes 
Band 7, 2. Theil, 7.-12. Bändchen (1848)
Entstehung
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Stunde aufgeſchoben; Magiſter Carleborg iſt ange⸗ kommen!

So, in Gottes Namen! ſagte die Majorin;nun iſt's alſo aus mit der chriſtlichen Trauung! Er wird gewiß eine Rede halten, ſo daß wir Alle nach den Ta⸗ ſchentüchern greifen müſſen.... Und ſie, die arme Frau Carleborg, wie roth und blaß ſie wird! Wenn ich ſie nur im Allergeringſten kennte, ſo ginge ich zu ihr und redete mit ihr!... Aber ſieh, dort geht ja Leorin, der zweite Marſchall!... Liebe Antonette! gib ihm doch einen Wink ich weiß, er hat Umgang in Eurem Hauſe!

Frau K gab ein kleines Zeichen mit dem Schnupf⸗ tuche, und Herr Leorin ſtand gleich darauf kerzengerade vor den Damen. 4

Was ging dort vor, beſter Herr Leorin? Erhält der Paſtor B Abſchied von ſeinem zukünftigen Amte als trauender Geiſtlicher?

Ja, meine Gnädige! Als die Braut ſchon hier war ſie iſt mit ihren Brautjungfern in einem Sei⸗ tenzimmer da kam ein Eilbote mit der Nachricht, daß der Bruder des Bräutigams, der Magiſter Carle⸗ borg, angekommen iſt; und nun iſt wohl nichts natür⸗ licher, als daß der Bräutigam verlangte, ſeine künftige Seligkeit noch ein wenig aufzuſchieben.

Schalk! flüſterte Frau K drohend,wie kann man ſo boshaft ſein!... Aber ſagen Sie mir doch: warum hat er ſo lange auf ſich warten laſſen?

Seine Geſundheit ſoll ein wenig auf Decadance gekommen ſein; es geht bisweilen ſo mit den Heiligen ſie ſtrengen ſich allzu ſehr an.

Nun? die Braut iſt wohl zum Entzücken 2 fiel die Majorin ein.

Unbeſchre iblich! Haben Ihro Gnaden die Königin der Nacht mit ihren Zofen geſehen? Das gibt ein ſu⸗ perbes Schauſpiel: die ſchwarzgekleidete, königinähnliche Braut hat eine unnachahmliche Haltung, und die nym⸗