könnte, wie ſolche Entzückungen ſchmecken! Ich hörte und ſah den Magiſter Carleborg ſehr oft; doch Gott möge es mir verzeihen, ich hatte ſo viel mit ſeinem Aeußern zu thun, daß ſeine Worte mir gar keinen Schaden zufügten!“
„Ja, ein merkwürdiger Menſch iſt er!“ ließ ſich Frau K— mit liſtigem Blick vernehmen.„Sie ſagen, daß Conſtance den Bruder eigentlich darum heirathet; doch iſt es allzu boshaft, dergleichen nachzuſagen, ob⸗ gleich ich gewiß weder die Erſte bin, noch auch die Letzte, die ſo etwas ſagt.“
„O, meine liebe Antonette, damit brauchſt Du gar keine Umſtände zu machen; ich habe ebenfalls gehoͤrt, daß ſie den Bruder nimmt, weil ſie den Heiligen nicht bekommen konnte... Nun ja, es ſchmeckt doch immer nach Vogel, ſagte die alte Frau und kochte Suppe von einem Zaunpfahl, worauf ein Auerhahn geſeſſen hatte — es iſt beſſer, die Schwägerin des Erzengels, als gar nicht mit ihm verwandt zu ſein.“
„Ich meines Theils, gute Amalie, kann dergleichen doch kaum von der edelgeſinnten Conſtance glauben!“
„Ich auch nicht— behüte mich Gott in Gnaden! nein ganz im Gegentheil; aber weder Du noch ich können etwas dabei thun, wenn die Leute plaudern! Nein, gebe Gott, daß man im Stande wäre, alles der⸗ gleichen zu verhüten, denn eigentlich macht eine ſolche Veſchuldigung ihren religiöſen Begriffen keine große
hre.“
„Und leider auch ihrem Feingefühle nicht; da aber Conſtance ein ſo fein fühlendes Mädchen iſt— wie je⸗ der Menſch weiß— ſo hat das Geſchwätz der Leute keinen Grund.“
„„Nur ein Umſtand iſt und bleibt ſonderbar, näm⸗ lich, daß ſie gerade den unbedeutenden Brucksverwalter wählte, da ſie mit dem Doctor Wilſon— den Groß⸗ händler Sillén auch nicht zu vergeſſen— eine ſo glän⸗ zende Partie hätte machen können; und dennoch ver⸗


