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gibt. Von ihm ſoll Frau Waller eine große, ja eine
recht anſehnliche Summe Geld erhalten haben; und die Freiherrin von G—, Conſtances gute Freundin, hat weißes Seidenzeug hergeſchickt; doch heißt es, daß die Braut ſich deſſen nicht bedienen wird, ſondern daß ſie das ſchwarze Zeug vorzieht, welches ihr der Bräutigam geſchenkt hat.“
„War das nicht anſtändig, ſehr anſtändig von die⸗ ſen Löwes? Darüber wundere ich mich aber gar nicht, daß Conſtance dieſes weiße Seidenzeug liegen ließ; erſt⸗ lich und vorzüglich, weil ſie ein armes Maͤdchen iſt, und dann für eine Frau in dem wahren Bauerlande— wer weiß, ob es dort recht paſſend geweſen ſein würde. Und noch dazu ſtand es einer ſo göttlichen Betſchweſter nicht an.. Mein Gott, beſte Amalie, wie bedauere ich den armen Mann, der ſie zur Frau bekommt! Kannſt Du wohl glauben, daß ſie etwas anderes zu thun denkt, als Tag aus da ein die Bibel zu leſen und geiſtliche Lieder zu ſingen?“
„Du ſagſt etwas ſehr Beachtenswerthes, meine liebe Antonette! Doch iſt er zu bedauern, ſo iſt ſie es gewiß nicht weniger; dieſes ſüße, liebenswürdige und reizende Mädchen in eine Betſchweſter, in eine Leſerin verwan⸗ delt!— man moͤchte weinen, und viele ſind in Wahr⸗ heit der Thränen, die um des berüchtigten Prieſters willen fallen, der nicht nur ſie, ſondern auch ſo viele Andere verdarb... Nun, à propos! er kam nicht zur Hochzeit!“
„Nein, er that es nicht, und das iſt ſehr gut; denn nun werden ſie doch recht chriſtlich getraut; ich bin nicht
im Stande, ſolche Schwärmer und Leſer als wirkliche Geiſtliche anzuſehen, obgleich ihre Anhänger ſie als Götter betrachten.“
„Ja, gerade ihre Göttermacht iſt dasjenige, was
ſo traurige Folgen und Verheerungen hinterläßt; hier gibt es ja viele Frauenzimmer, welche beinahe wahn⸗ finnig geworden ſind... Wenn ich nur begreifen
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