Teil eines Werkes 
Band 7, 2. Theil, 7.-12. Bändchen (1848)
Entstehung
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und als eine Perle von ihren Wimpern in die Myrten⸗ zweige herabſiel, da ſeufzte ſie leiſe:O, daß man lieber dieſe Krone auf den Deckel meines Sarges legte!

Neununddreißigſtes Kapitel.

Der Schein der Kronleuchter und der Candelaber erleuchtete ſchon den Hochzeitſaal, die Gäſte hatten ſchon begonnen, ſich zu verſammeln, und in dem Fond des Saales, dicht vor dem für das Brautpaar beſtimmten Sofa war die Matte ausgebreitet, dieſe Matte, welche den Schemel und die bedeutungsſchweren Kiſſen trug, auf welchem bald zwei Menſchen knien ſollten, um ſich mit Gelübden nicht allein für das Leben, ſondern für die Ewigkeit zu verpflichten.

Es liegt trotz der ſchimmernden Lichter, trotz der Blumen, der Wohlgerüche und der geſchmückten Gäſte, eiwas Unheimliches in den langen Minuten, die dem Eintreten des Brautpaares, dem Beginne der feierlichen Handlung vorangehen. Dieſes Brautgemach erſcheint uns nur darum ſo erleuchtet zu ſein, um es der Reflexion recht anſchaulich zu machen... und wo könnten wir tiefere, ernſtere, reichere Reflexionen anſtellen, als hier, mit dieſem Brautſtuhle, dieſem Brautkiſſen vor unſern Blicken? Nicht einmal in dem Leichenzimmer, wo unſre Augen ſich auf die ſchwarze Bahrendecke ſenken; denn dort begegnet uns nur der Tod, das Ende aller Dinge. Hier dagegen, vor dieſer dunkelrothen Decke, begegnet uns das Leben mit Prolog und Drama, und weit im Hintergrunde auch ein Schimmer von dem zweiten Stücke, das heute aufgeführt werden ſoll, worin die Nacht an die Stelle des Tages tritt und wo die

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