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Gottes Barmherzigkeit willen, laß es nun ein Ende haben!“ ſagte er mit redender Unruhe,„erlaube mir, daß ich Dir helfe— ich bitte, ich bitte Dich von ganzem Herzen zu bedenken, daß Du Dich bald, ja ſchon um eine Stunde, vor fremden Blicken zeigen ſollſt!“
Einige Augenblicke antwortete Conſtance nicht; dann aber nahm der Parorismus ab und zuletzt erhob ſie ſich und ſtand eben ſo ernſt und düſter wie vorher vor ihrem Bräutigam, dem ſie nun die Hand reichte, welche ſie ihm eben entzogen hatte. Verlaß mich nun, guter Leonard! Ich hoffe, daß ſpäterhin, wenn unſere Gefühle erſt in größere Sympathie mit einander ge⸗ kommen ſind, unſre Andachtsſtunden uns beſſere und herrlichere Früchte tragen werden! Wir können von der erſten nicht mehr begehren, als einen in noch höherem Grade befeſtigten Vorſatz, über uns ſelbſt zu wachen und uns den Pflichten zu weihen, die wir binnen Kurzem vor Gott und den Zeugen, welche wir dazu eingeladen haben, beſchwören wollen.“
„Und welche wir mit treufeſtem Herzen halten wol⸗ len!“ ſagte Leonard, indem er Conſtance's Hand an ſeine Lippen drückte. Er hatte ſchon den Schlüſſel an der Thür in ſeiner Hand, als ſie ihn mit einem leiſen Laute zurückhielt— man konnte nicht ſagen, ob es ein Huſten, ein Seufzer, oder eine Art von Bitte ſein ſollte.
„Haſt Du mir noch etwas zu ſagen, Conſtanzchen?“
„Ich wollte nur fragen, ob Dein Bruder... ob...
„Ach nein, wenn er nicht gekommen iſt, während ich hier war! Wo er aber auch ſein mag, ſo ſei Du überzeugt, daß ſein prieſterlicher und brüderlicher Segen uns dennoch im reichlichſten Maße folgt, wenn er auch unſre Hände nicht zuſammenlegt. Ich weiß, ſein Herz iſt eben ſo betrübt wie das meinige, daß er mir in dieſer Stunde nicht nahe ſein kann.“
Conſtance ſenkte ihr Haupt— das war ihre ganze Antwort.
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