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mit ſeiner eigenen guten und gleichmäßigen Stimme, welche an einen wuͤrdigen und chriſtlichen Hausvater erinnerte.
Conſtance weinte nicht während er las und zeigte auch keine andere Zeichen der Rührung; als aber Leonard das Buch zumachte, verrieth ihre Stimme eine große Betrübniß, als ſie ſagte: 3
„Der Buchſtabe iſt todt, wenn der Geiſt ihn nicht zu beleben vermag!“
eeurd ſah mißvergnügt aus; doch antwortete er nicht.
Gleichwohl hatte Conſtance Recht: der Buchſtabe bleibt todt, wenn der Geiſt ihn nicht belebt. Aber Conſtance's eigener Geiſt war nicht länger zufrieden mit der einfachen, ruhigen Sprache, welcher ein tiefes, doch nicht übertriebenes Gefühl ſein mildes Leben leiht, ſonſt würde ſie ſich nicht ſo ausgedrückt haben; denn obgleich dieſe Worte, welche Leonard ihr vorlas, eine fremde und geheimnißvolle Bedeutung hatten, ſo war dennoch ſeine Seele mit ihnen, denn er verſtand ſie nach ſeinem Glauben.
Aber dieſen Schwärmern und Schwärmerinnen, welche ihre überreizten Sinne bald an den Schmelzöfen der Liebe, bald an denen des Abgrundes auffriſchen müſſen, iſt es nothwendig, daß die Worte nicht gele⸗ ſen, ſondern deklamirt und von beredten Stellungen und einer ausdrucksvollen Mimik begleitet werden, wodurch die⸗ ſelben erſt Werth und volles Leben erhalten können. Hören ſie dagegen die Worte ſogar aus ihren eigenen geliebten Andachtsbüchern auf eine andere Weiſe, ſo bleiben auch dieſe Worte ohne ihre wunderthätige Kraft. Conſtance erklärte inzwiſchen dieſen Umſtand ſo, daß Leonard, welcher noch nicht von dem„Geiſte“ berührt worden war, auch natürlicherweiſe keine Macht über ſeine Stimme beſitzen konnte— daher kam ihre Betrübniß, denn ſie hatte es ſich heilig gelobt, auf jede Art an ſeiner Er⸗ löſung zu arbeiten.
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