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aufhalten? Und meine Angſt antwortet: nichts anders als eine Krankheit!“
„Ach nein, Mütterchen; darüber können wir ruhig ſein; wäre ein ſolches Unglück geſchehen, ſo hätten wir einen Expreſſen gehabt!“
„Einen Expreſſen? woran denkſt Du? Ja, wenn es hier in der Nähe eingetroffen wäre; doch Du ſiehſt wohl ein, daß er auf einem ſo langen Weg an vielen Orten krank werden kann, ohne daß ein Expreſſer zu uns kommt... Aber Du biſt doch wohl ſo vorſichtig geweſen, mit einem andern Geiſtlichen zu reden? denn es bleibt uns jetzt nur ſehr wenig Hoffnung übrig, daß Juſtus die Trauung verrichten kann.“
„Ja, der Paſtor B— hat die Güte gehabt, mir zu verſprechen, in dem ſchlimmſten Falle für Juſtus zu vikariren; aber Conſtance mag den Paſtor B— nicht, und daher iſt das noch ein Grund mehr für mich, zu wünſchen, daß er keine Gelegenheit erhält, ſein Ver⸗ ſprechen zu erfüllen.“
„Haſt Du Conſtancen noch nach dem Frühſtück ge⸗ ſehen?“
„Nein; aber die Schwiegermutter ſagte es.“
„Die Braut ſitzt wohl ſchon bei ihrer Toilette?“
„Das glaube ich kaum; die Schwiegermutter er⸗ zählte, ſie hätte verlangt, bis um ſechs Uhr allein zu ſein und nicht geſtört zu werden; und ich fürchte, daß ſte bis dahin nicht an das Kleiden denkt..
Man konnte nicht umhin, zu bemerken, daß Leonard die letzten Worte in einem Tone äußerte, in welchem eben keine Zufriedenheit lag.
„Ihr Gemüth iſt natürlich mit dem wichtigen Schritte beſchäftigt, den ſie heute thut,“ entgegnete Frau Car⸗ leborg;„es iſt ſo mit allen jungen Mädchen, welche die hohen Pflichten fühlen und bedenken, die ſie zu übernehmen im Begriffe ſtehen.“
„Ja, ja, ſo iſt es wohl!“ Ein Seufßzer erleichterte Leonards Bruſt.


