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„Du biſt ſelbſt ſo feinfühlend und verſtändig, mein
Sohn, und kannſt daher dieſes Verfahren Deiner Braut nicht mißbilligen; es würde Dir mißfallen und Dich beleidigen, wenn ſie dieſes ſchäkernde kindiſche Benehmen oder dieſe gedankenloſe Gleichgültigkeit zeigte, welcher alles einerlei iſt.“
„Das iſt wahr, liebe Mutter; dieß wäre nicht gut; doch gibt es auch noch etwas anderes, das... das— ach, es iſt ſo peinigend zu ſagen— das für den Bräutigam nicht erfreulich ſein kann, und wenn er auch noch ſo gerne herzlich froh ſein wollte; ich meine dieſen Ernſ, welcher wirkliche Eisberge um ſich her bettet... Nun, nunl jetzt bin ich ein Narr; es verlohnt ſich nicht der Mühe, von Dingen zu reden, die ſich nicht an einem
Tage beſſern laſſen; und obgleich ich nicht an meinem
Hochzeittage tanzen darf, ſo darf ich vielleicht nachher um ſo mehr auf Roſen tanzen... nicht wahr, Müt⸗ terchen?“
„Ja wohl, mein Leonard! Es wäre ſonderba,
wenn nicht Deine gute und frohe Laune auf Deine Frau
Einfluß haben ſollte— ich hoffe es von ganzem Herzen, denn ſie iſt ein vortreffliches Mädchen, Deine Conſtance.“
„Ja, Du mein Herr und lebendiger Gott! ſie iſt nur allzu vortrefflich!... Aber ich ſehe, mein Müt⸗ terchen, daß Du immerwährend nach dem Fenſter ſiehſt und lauſcheſt! Nein, verlaß Dich darauf, ich werde es ſchon hören! Das iſt ein verdammtes Spektakel; ich bin ſo verdrießlich, daß ich vor Aerger weinen möchte, wenn es nicht ſo raſend wäre, an ſeinem Hochzeittage zu
weinen... Still, um das brennende Leben!...
es fährt! Aber dieſe mit Duft bedeckten Doppelfenſter belieben mir eine Florhaube aufzuſetzen— ich muß hinaus!... Ach, ſo verdrießlich— der Schlitten biegt um die Ecke! Noch einmal angeführt— und wir haben nun bald bloß zwei Stunden übrig! Ich muß wohl bald anfangen, mich in Parade zu ſetzen.“
„Ja, es wird Zeit!“
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