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ſetzt ſieht, deren Achtung und Gewogenheit in dieſem Hauſe ihm natürlich über alles am Herzen liegen muß?“
„Ja,“ entgegnete die Favorite, welche ſich für jeden Preis das Glück erkaufen wollte, den vergötterten jun⸗ gen Geiſtlichen zu betrachten,„ich glaube wirklich, es wird ihm in ſo hohem Grade leid thun, daß ſeine ſchwache Geſundheit darunter leidet; und wenn ich meine Meinung ſagen dürfte, ſo glaube ich, es würde mehr mit Ihrer allgemein bekannten Großmuth und Ihrer allgemein gerühmten edlen Geſinnung überein⸗ ſtimmen, wenn Ihro Gnaden ihn mit einer Einladung überraſchten.“
„In Deinen Worten, meine beſte Charlotte, liegt nichts Böſes, und ich zweifle wirklich nicht, daß ſeine Geſundheit leiden wird— reizbare Seelen wie die ſei⸗ nige fühlen alles tief— aber, Charlotte, obgleich ich glaube, daß der arme Mann an jenem Abende, da er mich bekehren wollte, einen Anfall von Wahnſinn hatte, ſo bin ich es dennoch mir ſelbſt und meiner Würde ſchuldig, nicht das Geringſte nachzugeben... ich kann ihn alſo nicht ſehen!“
„Aber Damen von Ihro Gnaden Stande und Stellung erlauben ſich vieles, das nicht für Andre iſt.“
„Gewiß— das alles iſt ſehr wahr, meine gute Charlotte— aber ich habe nun einmal meinen Ent⸗ ſchluß gefaßt, und die geringſte Aenderung darin könnte ihn auf den Glauben führen, ich huldigte ſeinem ver⸗ rückten Eifer.“
Mamſell Charlotte antwortete nicht, denn da ſie die Hoffnung aufgeben mußte, den idealiſchen Geiſtli⸗ chen, ihr Orakel zu ſehen, ſo kehrte ſie ſich auch nicht weiter daran, der wahnſinnigen Eitelkeit ihrer Gebie⸗ terin zu ſchmeicheln. Mamſell Charlotte war nunmehr ſo feſtgewachſen an ihrem Plaze, daß ſie keinen Bruch zu fürchten hatte, und daher erlaubte ſie es ſich bis⸗ weilen, da ihr mühevoller Beruf ihr zuwider war, durch


