Teil eines Werkes 
Band 7, 2. Theil, 7.-12. Bändchen (1848)
Entstehung
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neun⸗ ! Ich wirklich

t nicht ! Der ummer

entheil e nicht

nun⸗ lieber, ndank⸗

Zweites Kapitel.

Ein großer Theil der eingelade nen Gäſte hatte ſchon ihre Plätze eingenommen, als die Heldin des Feſtes eintrat.

Conſtance trug ein weißes Kleid von Neſſeltuch ohne jeglichen Schmuck. Ihr glatt gekämmtes Haar bog ſich in einer anmuthsvollen Rundung um die ovale Wange, erhob ſich dann zu dem kleinen Ohre hinauf und fiel zu beiden Seiten in einer langen Locke auf den Hals herab im Nacken wurden die reichen Flechten von einem ſchwarzen Perlenkamm zuſammengehalten.

In dieſer ſo einfachen und prunkloſen Kleidung er⸗ ſchien jedoch ihre Schönheit weit imponirender als früher; und obgleich ſowohl ihr Aeußeres und ihr Weſen eine andere Farbe und einen andern Ton angenommen hatte, obgleich das lächelnde Jugendleben gleichſam vor dem Hauche eines ſtrengen und tiefen Ernſtes abgeſtreift zu ſein ſchien, ſo hatte dennoch ihre angeborne Anmuth nichts gelitten, was daraus hervorging, daß in dieſem Augenblicke wirklich vier junge Männer mit verzweifelter Anſtrengung um die Ehre ſtritten, ihre Kaltfinnigkeit zu beſiegen.

Niemand wußte, niemand ahnte, niemand konnte ſich nur die entfernteſte Vorſtellung von Conſtancens außerordentlicher Veränderung machen. Doch ſchien dieſe eben ſo wenig von einer krankhaften Reizbarkeit, noch aus Milzſucht oder Betrübniß herzufließen. Sie ſah niemals traurig, niemals aufgeregt, niemals zerſtreut oder verſtimmt aus, ſondern nur ruhig und ernſt; ſtets ruhig, ohne Freude, ohne Schmerz. Und dieſer Zuſtand hatte nun ſchon mehre Monate, ja wohl ein halbes Jahr gedauert.