Teil eines Werkes 
Band 7, 2. Theil, 7.-12. Bändchen (1848)
Entstehung
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Die Mutter öffnete ſelbſt die Thür.Willkommen, liebe Conſtance!

Was bedeutet das? Was wollen wir mit allen dieſen Lichtern und aller dieſer feierlichen Pracht? fragte eine Stimme, in welcher man kaum im Stande war, eine geſchwiſterliche Aehnlichkeit mit dem lebhaften und

friſchen Silberklange in dem Tone der Conſtance Waller

zu erkennen.

Ach, mein geliebtes Kind, frage doch nicht ſo kalt! Du verſtehſt wohl, daß ich Deinen Geburtstag habe feiern wollen! Laß mich nun Dich umarmen, und Dir Glück wünſchen an dieſem Tage, der, wie ich hoffen will, Dir ein frohes Feſt werden ſoll, wie er Deiner Jugend anſteht!

Wie er aber unſrer Armuth keinesweges anſteht! Glaube nicht, gute Mutter, daß ich undankbar bin weit entfernt; doch warum wollen wir uns den An⸗ merkungen und dem Gelächter preis geben, da wir doch beides vermeiden können? Man wird uns tadeln wegen dieſer Ausgabe, und man hat ein Recht dazu!

Ich hoffe im Gegentheil, daß ſie uns recht herzlich danken ſollen. Es iſt ſo luſtig, jetzt im Herbſte einmal umzuſchwenken; die jungen Leute tanzen und die alten ſehen zu!

Tanzen? wiederholte Conſtance mit einem allzu deutlichen Ausdrucke der Mißbilligung.Kommen hier denn noch Andere, als die Mütter der Kinder?

O ia, gewiß kommen auch einige Andre.... Sieh aber nicht ſo betrübt aus wirſt Du denn nie in der Welt mehr vergnügt werden?

Wir wollen tanzen, fiel Conſtance ein,und es iſt noch nicht anderthalb Jahre her, da wir den Vater zu Grabe geleiteten!

Liebes Kind, nicht brauchſt Du mich an den Tag zu erinnern! Mein Verluſt war wohl der unerſetzlichſte; doch habe ich mich tröſten und einſehen müſſen, daß was der Herr that, das war gut und zu rechter Zeit