Teil eines Werkes 
Band 5, 1. Theil, 1.-6. Bändchen (1848) Eine Nacht am Bullarsee. Band 5, 1. Theil, 1.-6. Bändchen
Entstehung
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Himmels und der Erde mit einander zu vermiſchen, be⸗ trachte ich Dich als meine Geliebte! Er drückte Evelyn feſt und lange an ſein Herz und bedeckte ihre Lippen und ihre Stirn mit heißen Küſſen.

Und mir, mir bleibſt Du treu? ſtammelte ſie, faſt erſtickt von dem berauſchenden Schmerze.

Wenn auch dereinſt die Stürme der Leidenſchaft meinem Herzen nahen ſollten, ſo ſollen ſie dennoch nie⸗ mals Dein Bild entweihen, Du Heilige! So wie ich Dich liebe, will ich nie ein Weib lieben: den Theil, welchen Du in meinem Herzen haſt, kann keine erhalten, denn es iſt der himmliſche Theil. Bedenke, daß Du die einzige biſt, welche mich zur Ehe hätte locken koͤnnen, und die Freiheit, welche Du mir geſchenkt haſt, ſoll mir keine Andere rauben: ich weihe ſie, ſo wie mein ganzes Leben, der Sache des Herrn.... Doch nun muß ich hinweg, denn ich bin ein Menſch, und ſo rein Deine Lippen auch immer ſein mögen, ſo ſind ſie dennoch die Lippen eines Weibes. Dieſe Stunde, die uns vereinte, ſie ſcheidet uns auch.. Dieſer Abend ſieht mich ſchon ferne von Oern⸗ wik!

Evelyn ſtieß einen leiſen Schrei aus und ſank zurück gegen die ſchweren Bettgardinen.

Sei ſtark, ſei ſtark! Denke an die Kinder der Wüſte, zu denen ich eilen muß, und mache mich nicht weich durch Deine Klagen! Laß mich den lieblichen Ein⸗ druck der Willenskraft, die Du eben zeigteſt, mit mir nehmen! Segne mich, und laß mich gehen mit Dir, mit dem Herrn!

Nein, nein, noch nicht! rief ſie in wildem Tau⸗ mel,noch nicht. ich kann es nicht! Du, der Du ſo viel Muth beſitzeſt, zeige ihn auch gegen mich: toͤdte mich o, toͤdte mich!... Ich will Deine Hände küſſen und Dich ſegnen mit meiner ganzen Seele!

Wie, Evelyn? Mich, denjenigen, der ausgeht, um das Licht des Evangeliums in die Finſterniß des Heiden⸗