Teil eines Werkes 
Band 5, 1. Theil, 1.-6. Bändchen (1848) Eine Nacht am Bullarsee. Band 5, 1. Theil, 1.-6. Bändchen
Entstehung
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keit. Alſo nicht davon reden wir, denn ſie iſt Dein Eigenthum, Dein feſtes, Dein unwiderrufliches Eigenthum,

Warum wollen wir denn von etwas Anderem reden?4 fragte Evelyn mit einer ſo naiven und rührenden Unſchuld, daß ſie Juſtus beinahe aus ſeiner Faſſung gebracht hätte.

Darum... darum, weil Du ruͤckſichtlich meiner Freiheit eine Nebenbuhlerin haſt.

Und dieſe Nebenbuhlerin? ſeufzte ſie.

Iſt die ganze Menſchheit! Sieh, geliebte Evelyn, ich habe für ſie Pläne gebaut, große, herrliche Pläne, die mein Geiſt durchzuführen Kraft haben wird. Mein Herz iſt allzu groß, um nur ein Weib zu lieben: es will eine ganze vergeſſene Welt umarmen und beglücken, welche ſich nach der Befreiung ſehnt und dieſelbe erwartet. Du wirſt vernehmen von meinen Anſtrengungen, meinen Bemühun⸗ gen, meinen Leiden; aber, Evelyn, Du wirſt auch ver⸗ nehmen, wie meine Bemühungen dereinſt vom Glücke ge⸗ krͤnt werden: Du wirſt vernehmen, wie eine jubelnde Menſchenſchaar, fuͤr welche ich tauſendmal Leben und Blut geopfert habe, ſegnend in meine Fußſtapfen tritt, ſegnend ihre Hände gen Himmel empor ſtreckt und Gott für den⸗ jenigen anruft, der alles opferte, was die Erde als das hoͤchſte und reinſte Glück beſaß, um einzig und allein den großen, unermeßlichen Pflichten zu leben, die er übernommen hatte.

O Gott! liſpelte Evelyn und betrachtete den Schwär⸗ mer mit Begeiſterung.

Ja, meine Evelyn, meine reine, geliebte Evelyn! Gott wird Dir Muth geben zum Entſagen; er wird

Dir Muth geben, zu glauben, daß der Mann, welcher

nicht einmal in dem erſten Liebesrauſche zu ſeiner Ge⸗ liebten ſagt:Du biſt mein Alles! nie, nie für den Himmel eines häuslichen Glückes paſſen kann. Doch iſt

darum nicht die Liebe gleich licht und heilig? Sie iſt

eine Vereinigung der Seelen; die Seelen ſind ja das⸗ jenige, was ſich gegenſeitig liebt, ſie wollen ſich ja be⸗ gegnen und ſie koͤnnen ſich auch immer unabhängig

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