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der heiligſte und geheimſte Traum ihrer Seele von ihm ausgeſprochen worden— es wäre alſo möglich, daß ſie die Seinige werden könnte, die Seinige in Leben und Tod!
„Ja, geliebte Evelyn!“ ſagte er, ihre Gedanken in ihren Blicken leſend,„ja, wir koͤnnten für das Leben ver⸗ eint werden; doch glaube mir— o, glaube mir, dieſe Vereinigung würde nicht auf ewig Dein Glück ſein!“
„Nein,“ ſtammelte Evelyn, die beiden Thränen hemmend, welche ſich hervordrängen wollten,„denn ſie würde nicht das Deinige ſein— wie koͤnnteſt Du Dich mit einem ſo unbedeutenden Weſen glücklich fühlen?“
„Evelyn! ich nehme Gott zum Zeugen meiner Worte, daß, wenn mich jemals die Ehe mit einem Weibe vereini⸗ gen ſollte, ich keine auf Erden weiß, welcher ich lieber mein Glück verdanken wollte, als Dir, geliebte, geliebte, theure Evelyn!“
Evelyn lächelte unter Thränen.„Warum verſtößeſt Du mich denn?“
„Das thue ich nicht; ich will nur, daß Du mich richtig beurtheilen ſollſt, und daß Du auch Deine eigene Kraft beurtheilen und erwägen ſollſt, ehe Du ein Buͤnd⸗ niß ſchließeſt, das Reue in ſeinem Gefolge haben kann!“
„Reue?“
v R⸗ denn Du wohnſt nicht allein in meinem Her⸗ zen!“ Evelyn ſenkte das Haupt.„Wenn Du ein anderes Mädchen liebſt,“ ſagte ſie,„ſo iſt es billig, daß ich weiche!“
„Wenn ich nur ein Mädchen liebte, Evelyn, ſo brauchteſt Du nicht zu weichen; denn die reine und edle Liebe, die ich für Dich empfinde, iſt ſo erhaben über jede Leidenſchaft, daß ſie dadurch nicht das mindeſte von ihrer Hoͤhe und Stärke verlieren würde— und auch jetzt ver⸗ liert ſich meine Liebe nicht: dieſe gehört Dir für die Ewig⸗


