und die behaglichen Zurüſtungen zeigte, welche ſie in der kleinen Schlafſtube der Frau Hedwig gemacht hatte, welche dem Zimmer der Jünglinge gegenüber lag,„ſondern als ich letzthin mit den Zeitungen auf dem Gute war, ſo bat ich das Fräulein, mir ein Buch zu leihen, das meine liebe Frau heute, da ſie wieder in die alte Einſamkeit zurückkäme, unterhalten und ermuntern könnte.“
„Monika!“ ſagte Frau Hedwig gerührt,„wer eine ſolche Dienerin hat, wie Du biſt, der iſt wahrlich ſehr glücklich. Möchteſt Du nur ſo lange leben wie ich!“
„Ja, ja, liebe Frau! ich werde ſo alt wie Methu⸗ ſalem: jetzt bin ich fünfundfünfzig Jahre und habe noch nicht den geringſten Anfall von Krämpfen gehabt, und ich hoffe noch zwanzig Jahre eben ſo hurtig zu ſein. Jetzt legen Sie ſich auf den Sofa! Es ſind drei ganze Theile und die fordern Zeit.“
„Ich ſpare mir dieſe Freude für den Nachmittag auf. Ich will wenigſtens erſt meine Rolle voll haben.“
„Arbeitsbiene!“ murmelte Monika, indem ſie hinaus⸗ ging, um nach den Herren ein wenig aufzuräumen.
In ihre Zukunftträume vertieft, welche gleichwohl heute zufolge der mit Juſtus gehabten Unterredung ihr nicht ſo klar wie gewoͤhnlich leuchten wollten, ſaß Frau Hedwig wiederum vor dem immerwährend rummelnden Rade. Sie hörte es nicht, daß die Thür leiſe geöffnet wurde, und eben ſo leiſe Schritte ſich ihrem Stuhle näherten; plötzlich aber ſchlagen ſich ein Paar Arme um ihren Hals und mit einem heftigen Aufruf erkannte fie ihren Juſtus.
„Mein Gott, Kindl wie kommt das?“
„Ich mußte um Alles in der Welt zurück, und ſehen, ob meine liebe Mutter über unſer Geſpräch betrübt iſt. Ich hatte keine Ruhe, und ſo ſiel mir denn ein, ich könnte den Richtweg über Brunsbo gehen, während Leo⸗
nard herumfuhr.“ „Ach, Du zäͤrtliches, liebendes, heftiges Herz!“
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