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„Viel, mein armer Juſtus?“
„Viel— mein Mufikunterricht.“
„Wie? haſt du wirklich Unterricht im Klavierſpielen gehabt? Du fingſt alſo damit an, als Du Dir wieder eine neue Kaſſe zuſammengeſpart hatteſt?“
„Ich hoͤrte nie damit auf; ich traf nur auf eine neue Quelle.“
„Welche, mein Sohn?“
Juſtus ſchwieg.
„Ich hoffe, mein Kind, daß dieſe außerordentliche Neigung zur Muſik Dich nicht zu Thaten zog, die Du mir nicht mittheilen darfſt?“ 3
„Wenn Du nur nicht traurig wirſt und mir Vor⸗ würfe machſt!“ 5
„Nein, nicht den geringſten, hoffe ich— rede!“
„Ich verkaufte meine Uhr.“
„Wie? die Uhr Deines Vaters? Und Du ließeſt mich immer glauben, daß ſie Dir geſtohlen wäre! In der That, mein Sohn, das betrübt mich wirklich um ſo mehr, als ich immer geglaubt habe, Du wäreſt nicht im Stande, eine Unwahrheit zu ſagen.“
„Wußte ich's nicht, daß Du mich mißverſtehen wür⸗ deſt? Habe ich wohl jemals geſagt, daß mir die Uhr ge⸗ ſtohlen wäre? Habe ich einmal geſagt, daß ich ſolches vermuthete? Ich habe ja nur geſagt, daß die Uhr weg wäre.“
„Juſtus, mein Kind! um Gottes willen keine ſolche Scheingründe zur Bemäntelung deſſen, was Recht oder Unrecht iſt! Es iſt wahr, Du haſt mir nicht mit klaren Worten erzählt, daß Du glaubteſt, die Uhr wäre Dir ge⸗ ſtohlen, aber Du haſt auch gar nichts dagegen geſagt, als Leonard und ich hin und her riethen. Siehſt Du nicht ein, daß dieſes ſehr unrecht war?“
„Ich ſehe ein, es war traurig, daß ich nicht die Wahrheit ſagen konnte; hätte ich das aber gethan, liebe


