Teil eines Werkes 
Band 5, 1. Theil, 1.-6. Bändchen (1848) Eine Nacht am Bullarsee. Band 5, 1. Theil, 1.-6. Bändchen
Entstehung
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Mutter, da hätteſt Du gewiß die Uhr wieder einkaufen wollen, und ich hätte Dir große Koſten verurſacht.

Frau Hedwig ſchüttelte betrübt das Haupt. Ihr Herz war beklemmt. Endlich fragte ſie:Wurde es Dir denn gar nicht ſchwer, Dich von dieſer Uhr zu trennen, die Dein Vater getragen hat?

Nein, nicht eben darum: ich war ſo klein, als Va⸗ ter ſtarb, daß ich mich ſeiner kaum entſinne; aber es that mir weh um meiner lieben Mutter willen.

Das reichte ja aber doch nicht hin, Dich zurückzu⸗

halten!. Ich konnte auf keine andere Art länger fortfahren, Unterricht zu nehmen, nachdem ich das erſparte Geld ver⸗ ſchenkt hatie. ſuind wäre Dir ein armer Unglücklicher be⸗ gegnet, als Du mit dieſem Gelde zurückkehrteſt, ſo hät⸗ teſt Du es gewiß wieder verſchenkt 2

Ich bin froh, daß mir kein Solcher begegnete, denn es wird mir ſchwer, denjenigen ohne Hülfe zu laſſen, der übler daran iſt als ich ſelbſt.

Aber laß uns nur den Fall ſetzen, daß Du Gele⸗ genheit gehabt hätteſt, auch dieſes Geld wegzugeben, was wäre wohl daraus geworden? Siehſt Du nicht ein, daß auf der einen Seite das Bedürfniß, der Güte, ja der Schwäche Deines Herzens zu genügen, und auf der andern dieſes Verlangen Deine Spielſtunden fortzuſetzen, Dich zu⸗ letzt zu einer noch ſchlimmeren Handlung hätten zwingen können?

Liebe Mutter, nenne es keine ſchlimme Handlung! Ich verkaufte, was mein war das Recht hat jeder Menſch mit ſeinem Eigenthume und wenn ich nicht er⸗ zählte, daß ich die Uhr verkauft habe, ſo geſchah das zu keinem ſchlechten Zwecke. Ich will nie etwas Schlechtes thun, ich werde nie etwas Schlechtes thun. Doch vielleicht glaubſt Du mir auch das nicht?

Wohlan, mein Kind, ich glaube Dir! Doch ſollſt Du mir heilig verſprechen, nie etwas zu unternehmen, wo

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