Teil eines Werkes 
Band 5, 1. Theil, 1.-6. Bändchen (1848) Eine Nacht am Bullarsee. Band 5, 1. Theil, 1.-6. Bändchen
Entstehung
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fröhlich und hurtig. Ich will nicht einmal fragen, was Dir geſtern Abend fehlte.

Geſtern Abend?

Ja! Oder haſt Du es ſchon vergeſſen, wie traurig Du warſt, und daß Du ſogar vielleicht geweint haben würdeſt, wenn Leonard Dich nicht ausgelacht hätte?

Ja, das hatte ich wirklich vergeſſen. Es kommt bisweilen etwas uͤber mich: doch geſtern Abend war das eben nicht ſo wunderlich, da ich heute reiſen muß.

Heute aber biſt Du wieder fröhlich: alſo hatte ja die Reiſe keinen Theil an Deiner Betrübniß!

Vielleicht iſt es ſo, und dann weiß ich nicht, was es war. Ich grüble nie über etwas, das traurig und langweilig iſt. Thue ich nicht Recht daran, liebe Mutter?

Ich weiß nicht, mein Sohn, ob ich Dir darin Recht geben kann. Bisweilen könnte es wohl rathſam ſein, ein wenig darüber zu grübeln, um ſich ſelbſt beſſer beherrſchen zu können, und weißt Du, mein Juſtus, ich glaube, es könnte nicht ſchaden, wenn Du in dieſer Hinſicht ein wenig ſtreng gegen Dich ſelbſt wäreſt.

Wie ſoll dieſe Strenge zugehen, mein Mütterchen? Laß mich nur wiſſen, was ich zu mir ſelbſt ſagen ſoll, und ich will es ſo mürriſch, ernſt und ausführlich ſagen, wie nur ein alter Mentor im Stande iſt, wenn er zu ſeinem zitternden Schüler redet.

Das wäre wiederum nicht die beſte Art. Du ſollſt nur in Deinem Innern recht gründlich nach der Quelle dieſer ſonderbaren und ungerufenen Betrübniß forſchen, welche bisweilen eben ſo plötzlich über Dich kommt, als ob ſie aus der Luft käme.

Ach, meine ganze Betrübniß hat keinen andern Grund, als daß ich nicht auch mit der Luft fahren kann. Wenn Du mich nicht auslachen wollteſt, ſo würde ich ſagen: ich bin ſehr traurig darüber, daß ich ſechzehn Jahre alt bin.

Und warum denn das, mein Sohn? Willſt Du mir das ſagen, während wir auf Leonard und den Kaffee warten

dazu it melodt