Teil eines Werkes 
Band 5, 1. Theil, 1.-6. Bändchen (1848) Eine Nacht am Bullarsee. Band 5, 1. Theil, 1.-6. Bändchen
Entstehung
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mehr übrig iſt, ſelbſt dann noch lächelt die Liebe der Mutter aus ihrem entbloͤßten Himmel herab und ſegnet das Kind, welches ſie aller ihrer lichten und ſeligen Träume beraubte.

Bei dem Scheine des oben erwähnten Lichtes arbeitete Frau Hedwig von Carleborg.

Ihr Platz war nicht immer in einer kleinen, aller andern Zierrathen entbehrenden Hütte geweſen, als ſolcher die ein Schoͤnheit und Kunſt liebender Sinn ſelbſt in der Armuth ſich durch eigene Talente und einen feinen und geläuterten Geſchmack zu verſchaffen im Stande iſt.

Zu Reichthum und Glanz geboren, mußte Hedwig ihrer Jugendliebe entſagen. Der arme, unbedeutende Carleborg wagte es nicht, ſeine Anſprüche zu der vornehmen Tochter eines ahnenreichen Hauſes zu erheben; nur ſeine Wünſche konnten in kühner Einbildung dieſes Ziel erreichen. Endlich, lange Zeit darauf erreichte er es aber dennoch in der Wirklichkeit.

Hedwigs äußeres Leben ging eine Zeitlang durch glän⸗ zende, mit Blumen geſchmückte Landſchaften, in welcher Tauſende von Springbrunnen des Vergnügens ihre glim⸗ mernden Strahlen warfen doch die Blumen welkten dahin, die Strahlen der Springbrunnen hoͤrten auf zu ſpielen, und das glänzende Colorit, welches über der Landſchaft geruht hatte, machte einer wolkengrauen, ver⸗ worrenen Nebelluft Platz, die Gewitter, Zerſtörung, Ruin verkündete.

Ruhig betrachtete Hedwig die Ankunft des Sturmes, ruhig ſtand ſie da, als dieſer alles um ſie her zu Boden warf. Und als ſie, die vornehme, die glänzende Hedwig, da ſaß, als die arme Wittwe eines Mannes, deſſen pracht⸗ liebender Sinn ihr ganzes Vermogen vergeudet hatte, da war der Abſtand nicht mehr ſo unermeßlich zwiſchen ihr und Carleborg.

Auch er hatte inzwiſchen ein anderes Band geknüpft, war aber ebenfalls wieder frei geworden; und endlich am