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jemals Julia vergeſſen? Sie war nicht laſterhaft, ſondern
nur leichtſinnig.“—
„Beinahe erſchreckſt Du mich, Geliebte! Kinder, erzogen von Dir, der zärtlichſten, verſtändigſten und beſten Mutter, die je die erſten Schritte eines Kindes geleitet hat, können unmöglich dieſen Fehler erhalten. Wenn Du wüßteſt, wie ſehr ich Dich bewundere, wenn ich ſehe, wie Du trotz Deiner großen Liebe gegen ſie im Stande biſt, ihre kleinen Fehler mit dem ſtrengſten Ernſte zu beſtrafen! Den Jungen kann ich mit meinem Blicke regieren und auch, wenn es darauf ankommt, handgreif⸗ lich zurecht weiſen; aber dieſe— unmöglich!“
„Und doch regierſt Du auch ſie mit Deinem klein⸗ ſten Blicke: mehr bedarf es ja nicht!“
„Und Du,“ ſagte er und ſchlang lächelnd femmen Arm um ſie,„Du beliebſt uns alle mit einander durch⸗ Deine Blicke zu regieren! Ich ſchäme mich beinahe, wenn ich daran denke, was Du aus mir gemacht haſt. Doch im Ernſte geſprochen, geliebte Lavinial kann wohl ein Mann eine Frau genug anbeten, die mit einem ſolchen Verſtande, einer ſolchen Herzensgüte, einer ſo bewun⸗ dernswürdigen Geduld nach und nach und ſo leicht, daß
er es nie gefühlt hat, die Launen und Fehler, welche
ſonſt ſein Leben verdunkelten und ſeinen Verſtand verfin⸗ ſterten, hinweggepflückt hat? Haͤtteſt Du mir je mit einem übereilten oder beißenden Worte entgegnet, hätteſt Du mir je einen kalten oder finſtern Blick gezeigt, wenn ich bisweilen in meine alte ungereimte Heſtigkeit zurück fiel, ſo hätte ich augenblicklich etwas gehabt, woran ich mich feſthalten könnte; doch nie, nie, nicht einmal während
3 des erſten verrückten Jahres erlaubteſt Du Dir eine Ah⸗
weichung von dem edlen Plane, den Du hernach durch⸗ gefuhrt und auch, wie ich glaube, beinahe vollendet haſt. Ach, gebe Gott, daß jeder Mann mit meiner Laune und meinen Fehlern eine ſolche Gattin bekäme! Do wohl unmöglich— daher wünſche ich, daß er ei
Doch dieſe
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