8 373 unſchuldigem Leichtſinn— Du eine Handlung von ſtraf⸗ würdiger Grauſamkeit, als Du mich verſtießeſt.
Du glaubteſt, die Trennung, die Reue und die Furcht, Dich für immer zu verlieren, würden mir meinen Muth rauben und mich zu einer dieſer ſeufzenden Sklavinnen icklichen umſchaffen, welche gleich den chineſiſchen Puppen nach den nd aus Launen ihrer Männer das Haupt ſenken.
fzer zu Die Berechnung war falſch! Höre hier ein Bekennt⸗ i ihri⸗ niß, das Dich vielleicht in Erſtaunen ſetzt!
ſaß der Ich liebe Dich nicht mehr!
einem Nein, ich liebe Dich nicht mehr. Ich, ich bin die⸗
wamm, jenige, welche begehrt, welche fordert nicht eine Tren⸗ zimmer nung auf unbeſtimmte Zeit, ſondern eine ordentliche geſetz⸗ den er liche Scheidung. Und es iſt mein höchſter Wunſch, daß dieſelbe ſo lederge⸗ ſchnell wie möglich geſchehe; denn nie, nie, Rudolf, und lebens⸗ wenn Du auch drei ganze Tage lang auf Deinen bloßen , und Knien lägeſt, verzeihe ich Dir, daß Du mich zwei ganze Monate lang vergeſſen konnteſt.
Ich ſchreibe meiner Mutter über dieſen Gegenſtand— in faſt mache Du mit ihr und mit meinen übrigen Verwandten u mich alles ab, was über dieſe Sache erforderlich ſein kann.
einen Ich erwarte inzwiſchen Deine Antwort.
Zmeine 4 Julia.“
ch daß Unzählige Male hatte Rudolf Feder und Papier er⸗
der von griffen, um dieſe Antwort zu ſchreiben; aber es war eine
ich ſo ſo ſchrecklich ſchwere Arbeit.
Demuth Seine Seele war durch Julia's letztes Betragen zer⸗ Boſſe zu riſſen, vernichtet worden, chieden, Ach, er hatte von dieſer Einſamkeit, dieſer Reue ſo 3
ſtſeel erwartet! Nun abel war das Herz in ſeiner Bruſt uz doch vertrocknet, die Quelle der Thränen verſtegt— in ſtum⸗ ſt wenn mer Verzweiflung ermannte er ſich endlich und ſchrieb: ſtatten; Geſchehe was Du willſt; eine geſetzliche ordentliche da Du Scheidung. Weit entfernt von der Beſchuldigung, deren D anklagſt, habe ich jeden Deiner Schritte auf da
gut zu lichem


