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tigſte beobachtet; mit welchen Gefühlen ich ihnen folgte, wäre jetzt überflüſſig zu ſagen.
Anfangs dämmerte in meiner Seele noch eine ſchwache Hoffnung; ſeit einem Monate aber iſt ſie ganz erloſchen. Ich weiß, daß Du Dich in der Einſamkeit von einem Abenteurer haſt tröſten laſſen, den ein böſes Geſchick in jene Gegenden geführt haben muß. Ich kenne den Cha⸗ rakter dieſes Mannes nicht; meine aber, daß man ihn aus ſeiner Handlungsweiſe erkennen kann, da er in ſeinen Netzen ein Weib zu fangen ſucht, das wenigſtens jetzt noch mit den heiligſten Gelübden an ihren Mann gebun⸗ den iſt, und ihr ſo für ewig jeden Ausweg zur Verſöh⸗ nung raubt.
Julia, Julia! ich müßte mich verachten, wenn ich von mir ſelbſt, von meinem Schmerze, von dem Leben, das meiner wartet, reden wollte— ich will nur davon reden, was Deiner wartet.
Das Erſte iſt die Trennung von Deinem Kinde, denn nie, nie geſtatte ich, daß es den Schutz eines fremden Vaters erhält. Das Zweite iſt ein Schmerz, der wenig⸗ ſtens dereinſt erwachen wird; der Schmerz und die Reue, daß Du nicht nur das Glück, ſondern auch die reinſten und beſten Gefühle zerſtört haſt, die unſre Seelen beſaßen.
Wohin werden ſie ſich verirren, wenn ſie ewig auf getrennten Weßzeen wandern müſſen?
Höre und beherzige wenigſtens meine letzte Bittel Wähle nicht dieſen Mann zu Deinem Gatten, wenn die Bande gelöst ſind, die Dich an mich feſſeln! Ich habe eine Ahnung, eine gewiſſe Ahnung, welche mir ſagt, daß
er Dich unglücklich machen wird, weit unglücklicher, als
Du jetzt biſt. Lebe wohl, o Julia, lebe wohl, lebe wohl! Uebereile Dich doch nicht, unterſuche Dein Herz ge⸗
nau, ehe Du zum zweiten Male die geſetzliche Scheidung
nie wä gen, w
N ſchöpft ſchwer Tiefe Wink,
.
noch it Lebens weinen
begehrſt. Vorher thue ich nichts dabei. Gott ſegne Dich 85 Ths des Elendes, das Du über mich gehäuft haſt, ſind


