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Yreiunddreißigſtes Kapitel.
An demſelben Abende, da die jungen glücklichen Gatten auf Roſenborg ihren Einzug hielten und aus ihrem frohen Himmel einen theilnehmenden Seufzer zu denjenigen ſendeten, deren Schickſal ſich in einer dem ihri⸗ gen entgegen geſetzten Richtung entwickelt hatte, ſaß der Protokolls⸗Secretair von B—, er, der heute vor einem Jahre in einem Meer von Liebe und Freude ſchwamm, an dem Schreibtiſche in ſeinem einſamen Arbeitszimmer mit der Beantwortung eines Briefes beſchäftigt, den er vor drei Tagen von ſeiner Frau erhalten hatte.
Bleich, gelb, mager, an Körper und Seele niederge⸗ beugt ergriff der ſonſt ſo muntere, gutmüthige und lebens⸗ frohe Rudolf die Feder, warf ſie aber wieder weg, und durchlief noch einmal Julia's Schreiben.
Dieſes lautete folgender Maßen:
„Da ich nun beinahe zwei Monate lang in faſt klöſterlicher Einſamkeit gelebt habe, ohne daß Du mich mit einer einzigen Zeile getröſtet, und mir nur einen Schimmer von Hoffnung zu geben geſucht haſt, daß meine Gefangenſchaft bald ein Ende nehmen würde, noch daß Du ein einziges Mal meine Briefe beantwortet oder von mir die geringſte Notiz genommen haſt, obgleich ich ſo
innig, ſo ſchön, ja vielleicht mit allzu großer Demuth
Dich gebeten habe, mir meine kleine kindiſche Poſſe zu verzeihen: ſo ſehe ich ein und halte es für entſchieden, daß Dein Herz auf ewig für mich erkaltet iſt.
Ich kann mich über Deine Verwirrung beklagenz doch
nach dieſem eigenſinnigen Schweigen kann ich, ſelbſt wenn
Du es wünſchen ſollteſt, keine Verſöhnung mehr geſtattenz
und ich beklage Dich im Voraus für den Tag, da Du
mit ränzenloſer Reue Dich der Zeit erinnern wirſt, welche Du erſäumteſt, um Deine Uebereilung wieder gut zu machen Ich beging eine Handlung von jugendlichem
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jenige,
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