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aufgeriſſenen Wunde zu ſparen, ſowie auch den Schmerz, in der Nähe dieſes unglücklichen Mädchens zu wohnen, die einſt eine unſchuldige Urſache Deiner bitterſten Leiden geweſen war.“
„Nun aber,“ entgegnete Lavinia,„werde ich ſie ſehen können. Ja, ich will mich bemühen, die ganze Gegend zu überzeugen, daß ich mich ihrer wie einer Schweſter annehme. Nachdem die Erinnerung an Gotthard gänz⸗ lich ihren Werth für mich verloren hat, nachdem ich ihm von ganzer Seele und von ganzem Herzen verziehen habe, will ich auch mit Dir, mein Ludwig, in Freundſchaft ge⸗ gen die Unglückliche wetteifern.“
„Ach, geliebte Lavinia, dieſe Verſicherung ſetzt mei⸗ nem Glücke die Krone auf: Deine Großmuth zeigt mir, daß Dein Herz nur für eine Liebe Raum hat.“
Es war ſchon lange finſter geweſen, und nur der Mond ſchimmerte über den Bergen und goß ſein hleiches Licht auf die weißen Mauern von Roſenborg, als det Wagen ſich dem Kreuzwege näherte.
„Soll nicht der Kutſcher zur Kirche fahren?“ fragte Lavinia ſcherzend.
„Zur Kirche?“ wiederholte Ludwig, der aus dem be⸗ rauſchten Schweigen ſeiner Gefühle auffuhr.
„Ja, ich entſinne mich, daß Du dieſen Befehl zu ge⸗ ben pflegſt, wenn Du am Hochzeitstage Deine Neuver⸗ mählte nach Hauſe führſt.“
„O, Du Boshafte! Auf jeden Fall iſt es zum Er⸗ ſtaunen, daß nur ein kurzes Jahr erforderlich iſt, un die Lage der Dinge gänzlich umzukehren.“
Lavinia lächelte.— „Sieh, wie freundlich im Saale das Feuer winkt! Dein Vorbote iſt zu guter Zeit angekommen: hier iſt ſchomzan mehren Stellen erleuchtet.“ 3 „Ba, ſogar dort oben in meinem armen Junggeſellen⸗
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