356 vor ihren Augen zu ſehen, welches mit ihrem Manne in einem ſolchen Verhältniſſe gelebt hatte.
Je mehr ſie darüber nachdachte, um ſo wahrſchein⸗ licher wurde es ihr, daß dieſes ihre Kräfte überſtiege; und trotz der vollkommenſten Ueberzeugung, welche ſie jetzt von Ludwig's Vertrauen beſaß, welches Vertrauen nun gewiß nicht mehr zu verrücken war, fühlte ſie dennoch, daß eine Trennung möglich ſein konnte, wenn er nicht im Stande wäre, ihr alles ſo klar zu entwickeln, daß ſie ihm eben⸗
falls mit einem ſolchen Vertrauen entgegen kommen könnte.
„Ich fühle, daß ich heute Abend allein ſein muß!“ ſagte ſie zu ihrem Manne.
Ludwig entfernte ſich mit einem herzlichen Wunſche, vierundzwanzig Stunden älter zu ſein.
Nach einer in tauſend wunderlichen Vorſtellungen und wachen Träumen durchbebten Nacht ſah unſer junges Paar den bald erſehnten, bald weit entfernt gewünſchten Morgen in unveränderlicher Ruhe anbrechen. Die Nebel entflohen und ließen an dem fünfundzwanzigſten September, en Jahrestage ihrer Hochzeit, einen klaren Himmel ehen.
Und der erſte Gedanke, den beide nach der inbrünſtigen
Dankſagung für ihre veränderten Gefühle hatten, war
dieſer:„O, wer doch hätte ahnen können, was eintreffen würde— dieſe Stunden von tödtender Furcht wären nie vorhanden geweſen!“
Lavinia trat zuerſt in den kleinen Saal, der ihre Zimmer trennte. 3
Als ſie nichts von Ludwig vernahm, ſo erinnerte ſe
ſich lächelnd der Furcht, die ſie heute vor einem Jahte
beim Erwachen gehabt und mit ſo großem Erſchrecken Pl ausgeſprochen hatte, nämlich daß er ſie verlaſſen haben.„T
konnte. daß er ſie in d flur erk über ſie
6 wurde, denn ſie die Daz wendig
Unruhe. ihr Aug aber wo ſo hefti mußte. Na Tropfen das Ka La men zu von der mern. Auskehn vollkom ganz fü einigen
brennen


