Anſtrich von gedämpfter Verwunderung):„Ludwig, Du biſt unzufrieden; aber ich wage dennoch zu hoffen, daß Du mich nicht dadurch kränkſt, daß Du dieſes Gefühl mit Dir in die Wohnung nimmſt, welche uns eine ge⸗ meinſame werden ſoll.“ 3
„Fahre um die Kirche!“ rief der Rittmeiſter mit ſeinem ganzen vollen und tiefen Baß, als der Kutſcher ſchon den linken Zügel anzog, um wie gewöhnlich in die Allee einzubiegen.
Der Weg um die Kirche war nur eine halbe Meile länger! Lavinia begriff nicht recht, was dieſer Befehl bedeu⸗ ten ſollte. Die Schornſteine von Roſenborg waren ſchon durch die Bäume zu ſehen, und jetzt ſchlug man einen ganz entgegengeſetzten Weg ein! Wollte er ihr einige Anlagen zeigen, oder wollte er ſich erſt abkühlen, ehe er nach Hauſe kam?
Inzwiſchen ſagte ſie nichts. Hatte er die Antwon vergeſſen, oder wollte er keine geben?
Lauter Fragen, auf welche keine Antwort zu erhal⸗ ten war, und Lavinia mußte ſich ſelbſt geſtehen, daß da Anfang nicht viel verſprechend war.
Der Wagen rollte ſchnell dahin; der Rittmeiſter war ſtill und Lavinig ebenfalls. Endlich lag die Kirche, en alter düſterer Tempel aus der Vorzeit, umſchattet von hohen Bäumen, deren ergilbte Kronen dem Gebäude en noch ernſteres und düſtreres Gepräge verliehen, vor ihnen
„Halt!“ erſcholl die Stimme des Rittmeiſters, al der Wagen an dem ſchmalen Fußpfade vorbeieilte, da auf den Kirchhof leitete. 4
Bei dieſem„Halt!“ ausgeſprochen in einem Ton den man unmöglich wieder geben konnte, ſchauderte L vinig unwillkührlich zuſammen. Sie wußte ſelbſt nuh was ſie glaubte, was ſie fürchtete; aber eine unendlich Angſt preßte ihre Bruſt.— 3
„Wenn es Dir beliebt, ſo beſehen wir mit einattt das Grab meiner Frau!“ 4
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