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Ein Jahr : Novelle ; fünf Bändchen / von Emilie Carlén. Aus dem Schwed. von C. F. Frisch
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weſen!“

lange mit einander verheirathet geweſen— o wie viel leichter und ſchoͤner wäre mir dann der Tod nicht ge⸗

Dieſe Worte kamen ihr vor wie ein Widerſpruch. Hätte er es wirklich gewünſcht, daß ſie als Gattin ſeiner pflegen und um ihn trauern ſollte, da es ihm leichter und ſchöner wurde in dieſem Verhältniſſe zu ſterben— warum begehrte er denn nicht, daß dieſes geſchah Glaubte er vielleicht, daß ſie es für ein Opfer halten würde? Sie hätte ihr weibliches Zartgefuͤhl überwinden und ihm einen Wink geben können, wie bereitwillig ſie wäre ihnen Beiden dieſen letzten Troſt zu ſchenken, wenn Gott⸗ hard arm geweſen wäre. Aber ſie konnte nicht ihre Furch überwinden, daß die Welt einen ſolchen Schritt falſt

beurtheilen würde, wenn ſie ſich nun dazu entſchlöße. Darum ging der eine Tag nach

dem andern, d eine Woche nach der andern hin, bis endlich Monat daraus wurden, ohne daß man ein Wort darüber ſprach das Verhältniß zu ändern. Doch ſaß keine Gattin treuet geduldiger, unermüdlicher an dem Krankenlager ihrt aatten, als Lavinia, an dem ihres Verlobten, und d keine Schwermüthigkeit ſich mit der Krankheit verein ſo erhielt ſie Blicke zum Dank, deren Sprache ihr ja Aufopferung erſetzte. Des Tages hatte ſie Lächeln un liebliche Worte, des Nachts in ihrer Einſamkeit Seuſß und Thränen. 3 „Die Betrübniß tödtet ſie!“ ſagten ihre Bekannt Doch die Betrübniß tödtete ſie nicht. Gleich nach Weihnachten kam die große Prüfu welche Lavinia zwar längſt vorhergeſehen hatte, weln ſie aber doch, da ſie kam, ohne Muth, ohne Stütze faß Am Abende vor ſeinem Hingange— Gotthard wuß

daß er den folgenden Tag nicht erleben würde— bat um eine vertrauliche Unterredung mit ſeiner Braut. Anweſenden gingen hinaus, und als Lavinia allein ſeinem Wer ſaß un

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