8 ſte erhielt an
kleinen„ſtillen Kreis“ zu bilden, in welchem man wech⸗ ſelsweiſe las, arbeitete und plauderte. Doch die jungen Mädchen fanden dieſe Societäten allzu einförmig; man konnte zu keiner rechten Harmonie mit einander kommen — und ſo war Lavinia bald wieder allein.
„Nein,“ ſagte ſie an einem Abende zu ſich ſelbſt, „ich muß einen andern Zufluchtsort wählen; die Lange⸗ weile iſt eine allzu tödtende Pein. Mutter ſagte:„man muß ſie zu unterdrücken ſuchen.“ Sie, die Alles wußte, ſie wußte auch, daß die Langeweile einen ſchädlichen Ein⸗ fluß auf mein Weſen haben würde. Wenn die Betrüh⸗ niß in Langeweile übergeht, ſo wäre es eine Entheiligung, wenn man nicht in die natürlichen Verhältniſſe zurück⸗ kehrte. Wenn man dagegen das Bedürfniß fühlt, wie⸗ derum zu ihr zurückzuſliehen, ſo weht ſie uns mit einem friſchen Hauche an. Die Betrübniß iſt zu edel und zu rein, um mit der Müdigkeit verwechſelt zu werden, welche aus einem unthätigen und einförmigen Leben ent⸗ ſteht.“
Schon am ſenden Morgen wollte ſie mit der Tante Schönberg darüber reden, als die Alte zu ihrer größten Ueberraſchung mit dem Vorſchlage von einer Brunnenreiſe hervor kam. Und kaum acht Tage ſpater war die alte Dame mit Lavinia und ſämmtlichen Favori⸗ ten, den Papagei ausgenommen, in den Reiſewagen ge⸗ packt. „Es war,“ ſo erklärte die Tante,„jetzt gerade zehn Jahre her, ſeitdem ſie ihr gemüthliches Haus verlaſſen hatte, und dieſe Aufopferung hätte ſie nimmermehr machſt
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können, wenn es nicht um Lavinia's willen, und um ſſit
zu ermuntern geſchehen wäre. 7 Und Lavinia wurde wirklich ermuntert. Zum erſten Male— aber ſie war nun auch ſieszeht
Jahre alt— fühlte ſie den Vortheil ſchön zu ſein, Si
erhielt Bewund 8 und Huldigung wo ſie ſich Zeigten
Kar ehrende Heirathsvorſchläze, doß
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