fühle von uns zu ſtoßen, die ſtatt ihrer das Glück unſerer Ehe bereiten ſollen. Das Vertrauen iſt das beſte, das heiligſte von allen, und um uns mit demſelben bekannt zu machen, ſo bitte ich Dich jetzt, mir auf Dein Gewiſ⸗ ſen eine Frage zu beantworten, die für mich von der äußerſten Wichtigkeit iſt. Glaubſt Du nicht, daß eine Ehe ohne Liebe glücklich werden kann?“
Lavinia ſchwieg; es war deutlich, wie ſchmerzhaft die Antwort ihr vorkam.
„Ich könnte wohl Dein Schweigen für eine Antwort nehmen; doch kann ein Schweigen mißverſtanden werden — Du mußt Dich deutlicher erklären, Lavinia!“
„Da Du es beſiehlſt, ſo bin ich gezwungen, zu ſa⸗ gen, daß ich in jener Zeit, da Du meine Hand begehr⸗ teſt, glaubte, es müßten Achtung, Freundſchaft und Ver⸗ trauen im Verein mit einem feſten Willen einen hinläng⸗ lich ſtarken Grund bilden, um darauf eine glückliche Ehe
erhauen, zu können. Jetzt aber bin ich überzeugt, daß
dieſes ein Irrthum, ein Erzeugniß mangelnder Erfahrung, unzulanglicher Selbſtprüfung war.“
„Und ſeit wie lange biſt Du über dieſen Irrthum aufgellärt worden?“ Der Rittmeiſter wollte Nuhe in ſei⸗ nen Ton legen; aber es wollte ihm nicht gelingen.
„An dem Tage unſeres erſten Aufgebotes.“
„Und Du ſchenkteſt mir nicht dieſes Vertrauen, das vor Allem mir damals hätte gehören muſſen?“ Er
welchem ſie zittern mußte.„Du ſchenkteſt mir dieſes Bertrauen nicht, ſondern ließeſt mich ſtatt deſſen glauben, ich würde eine Gattin finden, die wenigſtens den Wunſch hätte, mein Glück zu bereiten! Du ſchwurſt mir heute
Deine Gelübde... doch es iſt wahr: ich entſinne michtt
jetzt, daß ich ſah, wie Du errötheteſt— errötheteſt vor dieſen falſchen Schwüren.“
„Ludwig, Ludwig! ich betheure, daß ſie nicht ſo
gemeint waren!“ „Und ich betheuere, daß ſie ganz bedeutungslos wa⸗
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rief e ſprang heftig auf, und warf Lavinia einen Blick zu, vor d 5
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