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Ein Jahr : Novelle ; fünf Bändchen / von Emilie Carlén. Aus dem Schwed. von C. F. Frisch
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Zukunft mir dieſe Gefühle ſchenken würde, deren Lieb⸗ lichkeit mir bis dahin fremd geweſen war.

Und Dir bis jetzt fremd iſt! fügte Lavinia mit faſt lautloſer Stimme hinzu.

Wohlan denn, da Du ſo willſt, ich muß es ge⸗ ſtehen. Gleichwohl gibt es Angenblicke, in welchen ich deutlich empfinde, daß es anders werden könnte, wenn nicht Du ſelbſt, gute Lavinia, mit ſolcher Sorgfalt vor jeder vertraulicheren Annäherung flöheſt. Du biſt ſo ſchön, daß Dich kein Mann ohne Bewunderung ſehen kann, doch Du willſt nicht, daß dieſe Bewunderung in ein be⸗ ſeeltes Gefühl übergehen ſoll.

Das iſt wahr, Ludwig; denn wie unglücklich würde ich dann nicht ſein!

Unglücklich?

Ja, jal Aber Dein Blick iſt jetzt nichts weniger als ruhig; Du weißt ja, ich ſagte Dir, daß... daß...

Daß Du um Deinen Verlobten nicht mehr trauer⸗ teſt, daß er nicht mehr in Deinem Herzen lebte.

Das iſt auch wahr; doch ich verſchwieg ebenfalls nicht, daß die Liebe uns wahrſcheinlich für immer fremd bleiben würde, und daßt ich nicht im Stande wäre, Dir mehr zu geben, als was Du ſelbſt erboteſt, nämlich Achtung und Freundſchaft.

Ich will mich gleichwohl entſinnen, daß Du mir noch etwas mehr gelobteſt!

Etwas mehr?

Ja, etwas, worauf ich recht eigentlich unſer haus⸗ liches Glück zu bauen hoffte, nämlich Vertrauen. Haſt Du das vergeſſen?

Nein, Ludwig; dieſes kann ja aber erſt allmählig kommen.

Ich meines Theils würde es lieber ſehen, wenn wir jetzt gleich den Anfang damit machten.

Wie meinſt O u 2

Ich meine: da uns einmal die Liebe fehlt, ſo iſt es um ſo nothwendiger, kein einziges der theuren Ge⸗