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In der Erwartung des Brautpaares flüſterten ſich die Damen ihre gegenſeitigen vertrauungsvollen Mitthei⸗ lungen hinter dem Schutze der fächelnden Schnupftücher zu.
„Ach, wie ſehr bedauere ich ſie.“
„O, im nächſten Jahre um dieſe Zeit iſt ſie ſchon todt: ſie ſah ja aus wie eine halbe Leiche, als ſie aus dem Wagen ſtieg.“
„Aber ſage mir, meine Liebe, wenn Du kannſt, wa⸗ rum ſie ſogleich bereit war, mit ausgeſtreckten Händen dieſe Partie anzunehmen? Sein Charakter iſt ja in der ganzen Gegend kein Geheimniß mehr.“
„ Doch, doch, meine Liebe, er ſoll ein von Herzen Hrenwerther Mann ſein.“
„Was hilft das? Er iſt wohl ſtreng gerecht, dabei aber unerbittlich eigenſinnig, ſtill, langweilig, ein Menſch, der auf die Geſellſchaft ſeiner Jagdhunde mehr Werth ſetzt, und ſich bei ihnen lieber befindet, als bei ſeiner Frauz ein Herr, der gehorcht ſein will... gehorcht, ehe er ſeine Meinung ganz ausgeſprochen hat.“
„O, was das betrifft, ſo hat er viele Brüder! Doch würde Lavinia, wie ich glaube, nicht ſo bald geheirathet haben, wenn ſie ſich in dem Hauſe ihres Bruders im Allergeringſten wohl befunden hätte. Da ſie aber nach dem Tode der alten Tante keine andere Wahl hatte, als entweder zu heirathen oder bei Rudolf zu bleiben, ſo zog ſie erſteres vor; denn mit der Verſchiedenheit der Charak⸗ tere zwiſchen ihr und Julia konnte ſie mit dieſer nie har⸗ moniren. Und da man weiß, wie ſchwach Rudolf ſtets gegen den geringſten Wunſch ſeiner Schweſter geweſen iſt, und wie ſchrecklich ſchwach er jetzt gegen Julia's geringſte Laune iſt, ſo wollte wohl Lavinia ſie nicht länger in ein Verhältniß ſetzen, das immer ungleich bleiben mußte.“
„Das iſt aber doch ein allzu unbedeutender Grund, beſonders nach dem neulich erlittenen Verluſte des ſo innig geliebten Bräutigams. Ihre natürliche Trauer bis an den Begräbnißtag und ihr darauf bewieſener Kaltſinn ſind
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