und gelitten, hatten ſich alſo endlich wiedergefunden. Sie hatte ihm die Krone gereicht, die ihre Gebete, ihre Thränen ihm erworben hatten.
Aber der dritte der Paſſagiere ſaß in dem kleinen Boote, das jetzt in der ſtillen Nacht dem dunkeln Holm zuſchau⸗ kelte, über welchem jetzt einige weiße Meerſchwalben in leichten Kreiſen hin⸗ und herſchwebten. Wollte er viel⸗ leicht von dieſem Orte, den eine geliebte Mutter, den neu⸗ aufgekeimten Freuden einer irdiſchen Liebe geweiht hatten, Abſchied nehmen, um dann ſich auf jenes Fahrzeug zu be⸗ geben, das man in Ordnung zu machen ſchien, um aus dem Hafen zu laufen, das aber vielleicht den geliebten Sohn nicht ſobald an dieſen Ort führen ſollte, wo heilige Erinnerungen ihn mit theurer Hand feſſelten?
Er kam von der Johannis⸗Klippe, doch nicht alleint ſeine junge Gattin ſaß an ſeiner Seite. Sie redeten nicht viele Worte mit den Lippen; doch ihre Augen redeten eine liebliche und beredte Sprache.
Bald ſaßen ſie Hand in Hand auf dem Georgsholm, und ſchickten Blicke voll unausſprechlicher Wehmuth, voll zitternder Erwartung zurück nach der einſamen Klippe.
Noch ſtand dort das kleine Haus, noch bewahrte es in ſeinen Wänden alle Seufzer und alle Thränen, die dort vergoſſen waren, alle Kämpfe, die dort gekämpft und ausgekämpft worden waren, ja ſogar die Anzeichnungen des Einſtedlers waren ſeinem eigenen Wunſche gemäß dort geblieben.
Immer tiefer ſenkten ſich die Schatten, immer ſiiller wurde die Nacht; nur das leiſe Geplätſcher des Waſſers an dem Fuße des Holmes oder das Geſchrei eines voruber⸗
eilenden Seevogels unterbrach die Stille.
„Mir kommt es faſt unheimlich vor!“ flüſterte Fanny.
„O nein, Geliebte, gewiß nicht: mir thut es wohl! So wird alles wieder Friede... Noch dazu iſt es ja ſein letzter Befehl.“
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