Teil eines Werkes 
11.-15. Bändchen (1846)
Entstehung
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der ſo ſehr ſeufzt haben

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ihm, der mir mehr war als alles Andere; doch eben dar⸗ um, weil er das war, wurde ich nicht die Seinige. Er ahnte nie, wie viel ſein Glück mir koſtete; ich wäre vor Scham geſtorben, wenn ſein Blick bis in mein Herz ge⸗ drungen wäre. Das geſchah auch nicht, und er glaubte, daß ich zu ruhig, zu lau wäre, als daß ich die ſtärkſte Leidenſchaft in unſerer Bruſt verſtehen könnte, und daß ich auch nicht im Stande wäre, einen recht großen Schmerz gehörig empfinden zu können, da ich mein Schickſal ſelbſt entſchied. In dieſem ſeinem Glauben lag meine Stärke. „Doch dieſe Entſagungen, dieſe innern Kämpfe grif⸗ fen mich an. Meine Betrübniß wurde nicht toͤdtend, nicht

heftig, nicht zerſtörend für Seele und Leib; aber ſie wurde 9. zerf

eine Betrübniß, die mich durch mein ganzes Leben hin⸗ durch begleitet. Ich meine nicht die Betruͤbniß, ihn zu verlieren— dieſe kam erſt nachher, und ich empfand ſie ſchon weniger bitter— ſondern ſein Herz verloren zu ha⸗ ben. Das meinige konnte ich nur einmal geben.

„Vielleicht bin ich allzu offenherzig geweſen; aber es iſt geſchehen, um Ihnen den einzigen Beweis meiner Ach⸗ tung zu geben, den ich zu geben im Stande bin.

„Da ich weiß, daß es mir unmöglich ſein würde, über dieſen Gegenſtaud zu reden, ſo habe ich den Ausweg gewählt, zu ſchreiben; und ich beabſichtige meinen Brief ſelbſt zu uͤbergeben, da wir uns heute Abend trennen.

„Mit tiefer und inniger Dankbarkeit für das Aner⸗ bieten, uber welches ich immer ſtolz ſein werde, vereinige ich meinen herzlichen und warmen Wunſch, daß Sie, Herr W.., mich nicht zu ſtreng richten, und noch einen an⸗ dern, nämlich daß Sie nur mit Freundſchaft denken möͤ⸗ gen an Fanny Holmér.

Eine runde Stunde, nachdem Georg dieſen Brief ge⸗ leſen hatte, blieb er unbeweglich ſitzen vor den ſo ſchnee aufgerollten Gemälden aus ſeinem entflohenen Leben.. Und auf jedem Gemälde ſtand Fanny's ſchönes Bild