ſeine Augen geſchaut hatten. „Sie hat alſo andere Gefühle gehabt als die Gefühle
der Vernunft, der Ruhe, der ſtillen, wenig gebenden, we⸗
nig fordernden Liebe.... Brannte ſie, litt ſie, kämpfte
ſie, da ſie ſo ruhig und beſtimmt ſagte:„„ich habe mei⸗
nen Entſchluß langſam gefaßt; doch jetzt, da ich ihn ge⸗ faßt habe, iſt er unwiderruflich, und wird nie geändert.”ℳ O ja, ja, die Worte koſteten ihr unerhört viel.... doch nein— nicht ſo viel, nicht ſo viel!“
Er ergriff von Neuem ihren Brief. hier?
„Ich meine nicht die Betrübniß, ihn zu verlieren— dieſe kam erſt nachher, und ich empfand ſie ſchon weniger bitter...... Ach, das glaube ich wohl, mein erſtes Vergehen, Fanny, meine Untreue gab Dir dieſe Betrüb⸗ niß, von welcher Du ſagſt:„„ſie wurde nicht toͤdtend, nicht heftig, nicht zerſtoͤrend für Seele und Leib. Aber ſie begleitet mich durch das Leben.“„..... Du hochherziges Weib, Du konnteſt nur einmal Dein Herz geben.... Aber Du wirſt auch nie wieder das Herz annehmen, das Du dreimal verſchmähteſt, nachdem es von Dir abhge⸗ fallen war!“
Bei dieſem Schlußſatze erröthete Georg tief, errothete, daß er alle dieſe Gedanken gehegt hatte. Er legte den Brief zuſammen, verſiegelte ihn auf's Neue und öffnete ihn nicht wieder auf der ganzen Reiſe.
Im November lag Georg's neues Fahrzeug nach
einer hochſt gluͤcklichen Reiſe wieder auf der Rhede bei Göteborg; und während es ſeinen Winterſchlaf ſchlief, eilte Georg auf die Johannis⸗Klippe, um ſelbſt bei ſeinem Vater zu uͤberwinterm
klar und lebhaft, ſtrahlend von einer andern Liebe, als die
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