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der Verzweiflung und des Mißmuthes legten, und wenn weder Vernunft noch Thätigkeit zureichen wollten, ihn dar⸗ aus zu befreien, dann nahm er dieſen Brief hervor, und hatte an ihm einen wunderbaren Geſellſchafter in der ein⸗ ſamen Cajüte. Er betrachtete ihn; er rieth und rieth, was er wohl enthalten möchte, und dabei geſchah es, daß Fanny's frohes Bild aus den ſchoͤnen Jugendtagen, da ſie ſeine kleine Göttin auf Strand war, ſich nach und nach mit Elvira's Bilde miſchte. Und ſie begannen bei ein⸗ ander in ſeinem Herzen zu wohnen, wo es bisweilen ſon⸗ nenhell ausſah. Aber Fanny's Beſuche dauerten nicht lange; Elvira's Bild ſcheuchte gewöhnlich das ihrige mit den blauen Augen hinweg.
Wenn aber wieder eine geheime Sehnſucht über das Herz kam, ſo mußte der Brief von Neuem hervor.
Vier Monate lang vermochte Georg ſeine Luſt nach einer nähern Bekanntſchaft mit ihm zu beherrſchen. Doch an einem Abende, da die ganze Natur in eine ſehnſüchtige Wehmuth verſenkt lag, die in ſeiner Seele einen treuen Anklang fand, da war es zu Ende mit aller Disputation für und gegen: das Couvert, in welchem der Brief geruht hatte, flog in Stücke— und nun war von keiner Ueberlegung weiter die Rede. Er ſagte ſogar in einer Art von entſchloſſenem Tone:„Um einige Monate muß ich ja doch auf jeden Fall das Reſultat erfahren.... und dann, was geht's mich an?“
Jetzt war der Brief geöffnet. Und jetzt meinte Georg dennoch, daß ihn der Brief ein wenig betraf, da er fol⸗ gendes las!
„Beſter Herr W..!
„Heute bin ich betrübter, als ich ſeit langer Zeit ge⸗ weſen bin, denn ich weiß, daß ich einen Mann betrüben muß, der ſo lange und aufrichtig von mir etwas mehr zu erhalten geſucht hat, als was ich zu geben vermag: meine warme Hochachtung.
„Und dieſes iſt alſo mein Dank für die Theilnahme,


