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Den erſten Winter nach dem unermeßlichen Umſturz ſeines ganzen Glückes verlebte Georg abwechſelnd bei ſei⸗ nem Vater auf der wieder ſo düſter gewordenen Johannis⸗ Klippe und auf Helgenäs, wo er mit ſeinem Soͤhnchen auf dem Arme Gott anflehte, der Geliebten, der ſo gränzenlos Vermißten folgen zu dürfen, welche, nachdem ſie ihm Alles gegeben, jetzt auch ihr Leben geſchenkt hatte. Gott erhörte dieſe Gebete nicht. Als aber jetzt der Engel, den ſie ihm hinterlaſſen hatte, ihm ſeine Händchen zum Abſchiede reichte, als auch der alte treue Ignelius dahin ſchied, da vermochte Georg es nicht länger auf Helgenäs auszuhalten: er ſchied aus dieſen Mauern, in welchen ſein Vater gelitten und geſeufzt, in welchen er das höchſte Glück des Lebens erreicht hatte, in welchen er aber jetzt ſeufzen und leiden, ohne Hoffnung und ohne Troſt klagen und leiden mußte.
Er übergab Henning die Verwaltung ſeines Gutes und kehrte auf die Johannis⸗Klippe zurück, wo er an der Seite ſeines Vaters die Tage dahin ſchleppte und den Frühling herbeiſehnte, da er wieder hinaus und die treu⸗ loſe Welle verſuchen wollte.
Letsler's Gemüth hatte nach dem letzten harten Schlage gänzlich von der Erde und ihren Freuden Abſchied ge⸗ nommen. Matt folgte ſein Blick jeder ſinkenden Abend⸗ ſonne, und in ſeinem Auge las man das ſtille Gebet: „moͤchte bald die letzte für mich erſcheinen!“
Doch das Leben iſt zähe. Letsler's Kräfte waren bei weitem noch nicht erſchöpft.
Oft unterhielt er ſich mit Georg von Elviren; denn es war ſeine Ueberzeugung, je ſtärker die Wunde aus⸗ bluten könnte, um ſo eher würde ſie heilen. Und mit wieder belebten Zügen, mit einem Strahle des ehemaligen Feuers im Auge hoͤrte ihn Georg jeden beſonderen Tag von der Woche beſchreiben, welche ſie auf der Johannis⸗ Klippe verlebt, jede Unterrodung, die ſie geführt, jedes


