Teil eines Werkes 
11.-15. Bändchen (1846)
Entstehung
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„Endlich klopfte ich an. Doch kein Laut verrieth, daß ich gehört worden war.

„Ich bückte mich und ſah durch das Schlüſſelloch, Da hatte ich einen Anblick, den mein Gedächtniß mich noch jetzt täglich vollkommen getreu ſehen läßt.

„Nichard ſtand neben dem Tiſche und ſtützte ſich mit der einen Hand auf die Scheibe. In der andern hielt en Leopoldinens Portrait. Auf ſeinem Antlitze kämpfte die eiſende Vernichtung der Verzweiflung mit einer wahn⸗ ſinnigen Leivenſchaft. Er weinte, er drückte das Portrait mit einer Art von Wuth an ſeine Lippen; er hielt es wie⸗ der weit von ſich entfernt, und nun verzogen ſich ſeime ſchönen, edlen Züge in eine ſo ſchreckliche, fürchterliche Qual, daß ich fühlte, wie die Kälte des Todes durch meine Glieder rieſelte. 4

„Er iſt von ihrer Untreue überzeugt! Arme Leopol⸗ dine, ſoll ich nun die Schwärze vertilgen, mit welcher man Deine reine Seele hat beſudeln wollen? Wird Ri⸗ chard mir glauben? Er muß, er wird glauben!... Doch“— ich warf wieder einen Blick auf dieſe ſtumme Verzweiflung. Er lag jetzt über den Tiſch hinabgebeugt und verbarg das Geſicht in der Hand. Ein Zweifel ſtieg in meiner Seele auf—„ein Mann, der ſo wenig zum Mißtrauen geneigt iſt, läßt es faſt nie wieder fahren.... Doch, er mag mich empfangen, wie er will, ich muß mit ihm reden!“

„Ich klopfte wieder an, und diesmal ſo ſtark, daß er zuſammen fuhr.

„In dieſem Augenblicke hörte ich leiſe Schritte auf der Treppe. Ich zog mich ſchnell hinter die Thür zurüch welche zu dem Corridor führte, an welchem mein Zimmen lag; und kaum hatte ich die Thür zugemacht, ſo ſah ich durch die Ritze Leopoldinens feine Geſtalt in dem weißen Nachtgewande auf Richard's Thür zuſchweben. Jetzt klopfte ſie an. „Wer iſt da?“ fragte Richard.

draußen.“

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/ Du haſt Kummer

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