Teil eines Werkes 
11.-15. Bändchen (1846)
Entstehung
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fuhr heftig zurück von meinem Geſichte, das die Maske nicht länger ertrug.„Wilhelm!“ Sie ſagte nur dies einzige Wort, aber darin lag ein ſo herzzerreißender Aus⸗ druck von Schmerz, Schrecken, Verachtung und Angſt, daß ich dabei den letzten Ueberreſt meiner Beſinnung verlor.

„Leopoldine!“ rief ich aus und ſank ihr zu Füßen, „kannſt Du denjenigen verachten, der drei Jahre lang Dein Bild in ſeiner Seele getragen hat, ohne daß er mit einem Blicke, mit einem Worte ſeine Pein derrathen hat? O, ich beſchwöre Dich, zu glauben, daß ich Dich nie mit einem Gedanken beleidigt habe“... Ich weiß nicht, was ich ſagte: ich ſprach in Fieberphantaſien.

„Verlaß mich! reiſe, reiſe augenblicklich! Alles iſt aus!“ Und ihre Thränen ſtröͤmten, nicht um meinet⸗, ſon⸗ dern um meiner elenden Schwäche willen.

„Wer dieſe Thränen geſehen, wer dieſe Worte gehört hätte:„Verlaß mich; reiſe, reiſe augenblicklich! Alles iſt aus!“ und die Urſache derſelben gewußt hätte, der würde ſie nicht mißverſtanden haben. Aber es war Einer da, der— ohne das vorhergegangene Geſpräch gehört zu haben— durch die leiſe geöffnete Thür die Thränen ge⸗ ſehen, die letzten Worte gehört hatte. Es war Einer da, der den Freund zu den Füßen ſeiner Gattin geſehen atte.

j„Es herrſchte in dem Zimmer ſchon die Dämmerung. Wir wußten von nichts.

„Ich floh auf mein Zimmer.

„Leopoldine blieb in ſtummem Schmerze zurück.

„An dieſem Abende ſprach ſie nicht mit Richard: wahrſcheinlich wollte ſie, weil ſie die ſtrengen Grundſätze des geliebten Mannes in Betreff der Ehre kannte, meine Abreiſe abwarten.

„Ich wollte früh am folgenden Morgen reiſen. Ich hatte es ihr geſagt... Aber ſie hatte keinen Blick, kein Wort der Verzeihung gehabt.

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