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auch ihren häuslichen Himmel, die Ruhe ihres Herzens zerſtoͤrte. Da ſie ſah, daß ſie in der äußern Welt als ein Ziel der ungerechteſten Begegnung war, ſo wollte ſie die innere mit verdoppelter Liebe an ſich ziehen. Doch bald erſchrak ſie vor dem Abgrunde, der ſich vor ihr öff⸗ nete, als ſie aus der abwechſelnden Art, wie ihr Gatte ſie behandelte, das ſchrecklichſte Unglück von allen abnahm, daß auch er— Er, den ſie ſo rein, ſo gränzenlos liebte — ſich von ihr zurückzog.
„Bisweilen ſchien ſeine ganze ehemalige Leidenſchaft (ach, nur Leopoldine nannte ſie ſeine ehemalige; ſie wußte nicht, daß ſie nie tiefer geweſen war als jetzt) wieder auf⸗ zuflammen, und das in einem ſolchen Grade, daß er ſie kaum aus ſeinen Armen laſſen wollte. Doch in dieſen flüchtigen Augenblicken eines wieder erwachten Glückes, fühlte ſie oft auf ihrer Wange eine brennende Thräne, welche nicht aus ihrem eigenen Auge kam. Wenn ſie dann fragte, ſo verſchloß er ihre Lippen mit heißen Küſſen beſchwur ſie, nie, nie vor ihm ein Geheimniß zu haben, ja nicht das allerkleinſte.
„Die arme Leopoldine, welche kein Geheimniß hatte, fühlte ſich zuletzt beleidigt, durch dieſe zweideutigen Bitten, welche Mangel an Vertrauen zu ihrem Herzen verriethen. Doch ſie ſchwieg, und vielleicht war es eben der Umſtand, daß ſie es verſchmähte, zu erfahren, was ihr Gatte mit dieſen Andeutungen meinte, welcher eigentlich veranlaßte, daß er meinte, ihr Stillſchweigen entſpränge aus dem Bedürfniſſe, ein Borteunen von allzu zarter Beſchaffenheit zu vermeiden.
„Inzwiſchen hatte Henrika eine bewunderungswürdige Schlauheit bewieſen. Sie legte in ihren Umgang mit Richard das zärtlichſte Feingefühl und einen ſprechenden Ausdruck von tiefem Mitleiden. Mir zeigte ſie keineswe⸗ ges ihren Haß unumwunden, ſondern ich fand ihr Beneh⸗ men mit einer ſo verächtlichen und elenden Eiferſucht ge⸗ miſcht, daß ich noch mehr vor dem gefährlichen Punkte


