nicht leiden konnten, meinten, ſchon längſt„ſo etwas“ be⸗ merkt zu haben, obgleich ſie aus Schonung geſchwiegen hätten und noch ſchweigen wollten, weil man nur allzu wohl wüßte, welche Wirkung ein ſolcher Skandal auf den ehrenwerthen und feinfühlenden Tank äußern würde.
„Henrika triumphirte. Sie wagte ſchon in ihrem Be⸗ tragen gegen Richard's Gattin etwas noch Beleidigenderes als Mangel an Achtung zu zeigen. Mit Erſtaunen he⸗ trachtete ſie die gute und unſchuldige Leopoldine und glaubte falſch gehört zu haben, als Henrika mit halb ärgerlichem und faſt verächtlichem Tone Ausdrücke fallen ließ, die bis jetzt noch kein Menſch als ſie ſelbſt verſtand.
„Bei einer ſolchen Gelegenheit hörte ich, wie Richard ſich zum erſten Male ſtreng äußerte.„Henrika!“ ſagte er, indem er das verächtliche Weib mit Verdruß betrach⸗ tete,„ich muß Dich daran erinnern, daß Du Dich ferner nicht in einem Grade vergiſſeſt, wie Du jetzt gethan haft — denn ſonſt mußt Du entſchuldigen, wenn ich Dich bitte, Dir einen andern Aufenthaltsort aufzuſuchen!“
„Und ich,“ erwiederte die Unverſchämte, vielleicht durch den Umſtand, daß ich die Zurechtweiſung mit angehönt hatte, auf das Aeußerſte gereizt,„ich wollte wünſchen, da es hier keinen Menſchen gäbe, der ſich mehr vergißt als ich i“
„Was meinſt Du?“ fragte Richard heftig, und ſein Augen drückten einen rechtmäßigen Aerger aus.„Glaubſ Du vielleicht, ich hätte nicht das Recht, gegen Dich mein Frau zu vertheidigen, weil Du Dich in einer Lage befin⸗ deſt, welche Delicateſſe fordert? Doch verſteh mich recht Henrika, wenn ich ſage: mache Dich dieſer Delicateſſe wüur dig, und ſie wird nicht ausbleiben!“ Mit dieſen Worte verließ er das Zimmer.
„Aber Henrika ließ eines von den widerlichen Geläch tern erſchallen, welche am beſten den Mangel an Feinge fühl und guter Erziehung bezeugen. Darauf verſchwan ſie ebenfalls.
„Je in Henritk gewogen ſtehlich!“
52 keiner ein rika's Ge und Geſi zweideutig den. Ick
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