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wollte— die Möglichkeit rauben, an der Freundſchaft zum Verräther zu werden.
„Ich habe oft geglaubt: wenn Leopoldine mein Ge⸗ fühl erwiedert hätte, ſo würde die Verachtung mir die Liebe haben überwinden helfen. Aber ſie gab mir auch nicht das entfernteſte Zeichen, daß ſie mich verſtand. Ste war rein und ſo ganz ausſchließlich zärtlich gegen ihren Mann, daß ihr ſchneeweißer Gedanke nie bei etwas ſt Verächtlichem weilen konnte, als wäre ſie im Stande ge⸗ weſen, eine verbrecheriſche Liebe zu wecken.
Ihre Tugend, ihre keuſche Reinheit vollendeten meit nen Untergang.
III.
Am Tage nach meiner Ankunft kam nach Sorgenfre ein Mädchen, das dort als Leopoldinen's Gehülfin umd Geſellſchafterin bleiben ſollte. Sie war entfernt mit Re chard verwandt, übrigens aber, was die Eigenſchaften des Herzens betraf, beſaß ſie nicht die geringſte Verwandtſchaft mit meinem edlen Freunde..
Henrika war keinesweges häßlich, doch neben Leopol⸗ dinen erſchien ſie ſo, weil ein früh offenbarter Neid, eine
ſüßſaure Bitterkeit ſie dann entſtellte. Leopoldine wan
engelgut gegen die arme Henrika und ertrug mit der freund⸗ lichſten Geduld den Mangel an Liebe, ja an gewöhnlichen Artigkeit, der ſich ſogleich zu erkennen gab, wenn es galz einen Wunſch Leopoldinen's zu erfüllen. Dieſe Abneigung wurde inzwiſchen von Richard bemerkt, und er ſtellte in vor, ſie müßte ihre Aufführung ändern, wenn ſie en liebes und gerne geſehenes Mitglied der Familie bleihen wollte.
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