noch mehr aber ihre Worte, als ſie mit der mildeſten En⸗ gelgüte ſagte:„Wie ſchmerzt es mich, Dich ſo reden zu hoͤren! Aber ich danke Gott, daß Richard Dich nicht ge⸗ hört hat. Ich weiß, daß ein vielleicht nur oft abſichtslos hingeworfenes Wort des einen Freundes bei dem andern bittere Früchte tragen kann. Doch Richard iſt allzu über⸗ zeugt, daß Ernſt unter einer frohen Oberfläche liegen kann, und daß die reinſte und höchſte Flamme nichts durch die kleinen Kerzen verliert, als daß er ſich durch Deine Aeu⸗ ßerung getroffen fühlen koͤnnte. Doch, Wilhelm, es würde ihn ſchmerzen, weil es von Dir, ſeinem beſten Freunde, über das Weib geäußert wurde, welches in ſeinen Augen noch alles iſt, was ſie war, da er ihr zuerſt ſein Herz antrug.“
„Vergieb, Leopoldine!“ Und ich führte ihre Hand an meine Lippen mit einer Heftigkeit, welche ſie der Reue über meine unüberlegten Worte zuſchrieb.
„Sie lächelte und zog die Hand nicht eher zurück, als bis ich in einer Art von Fieberhitze Kuß auf Kuß auf den elaſtiſchen Schnee derſelben drückte.
„Nun, nun, Herr Baron! keine ſo warme Buß⸗ übung!— hat man wohl je in ſeinem Leben gehoͤrt, daß mehr als ein Handkuß gebräuchlich iſt, wenn ein gut er⸗ zogener Mann ſich bei einer Dame entſchuldigt? da jedoch das Verſehen ſo außerordentlich war, ſo muß ich wohl das Nachſpiel, obgleich außer der Ordnung, als eine aufrich⸗ tige Aeußerung der Reue und Buße betrachten!“
„Hatte ſie vielleicht den erſten Blick in mein Herz ge⸗ worfen? Oder war es nur eine dunkle Ahnung? Oder hatte ſie nur ſcherzen wollen?
„Dieſes erfuhr ich nie.
„Inzwiſchen weckten mich ihre Worte zu einer ſtren⸗ gen Aufmerkſamkeit auf mich ſelbſt. Und als Richard
eine Stunde ſpäter nach Hauſe kam, ſo hatte ich mich ſo
vollkommen erholt, daß er mit jubelnder Frcude ausrief: „Gott ſei Lob und Dank! Du biſt beſſer, froher, munte⸗
rer als T der, wie bereit, W und Dich mein He mich an mit einer meine böſe keres Verl Freundſcha „Ach, „Ich welchem d cherten. 2 ſchendes, i Duft die übte.
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