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einziges Wort, um unſern Schmerz, unſere Traurigkeit über die Trennung auszudrücken. Wir empfanden dieſen Schnierz in einem um ſo höheren Grade, als eine ſchwere Decke ſich über unſere Seelen lagerte und uns die Kraft raubte, dem Augenblicke mit der allergeringſten frohen Hoffnung auf die Zukunft ſeine Bitterkeit zu nehmen.
„Noch nie,“ ſagte endlich Richard, indem ſein Auge mit einem treufeſten Blicke in das meinige ſah,„noch nie haben wir gefühlt, was wir jetzt fühlen— ich ſehe es Dir an, Wilhelm, daß auch Dich ein Schmerz niederdrückt, den Du weder beſiegen noch begreifen kannſt.“
„Ich drückte ihm zur Antwort die Hand. Ich glaubte, einer von uns befände ſich am Ufer des Fluſſes der Zeit und wäre im Begriff, auf Charons Fähre an das andere Land überzuſetzen. Dennoch war zu einer ſolchen Vermu⸗ thung kein Grund vorhanden: ſie lag nur in der Weh⸗ muth, welche mein Herz preßte.
„Komm waß da will,“ fuhr Richard fort, wir ſind doch glücklich geweſen, haben mehr Freude mit einander genoſſen, als oft in einem ganzen Menſchenleben zu ge⸗ nießen iſt. Und dann die Zuverſicht, daß jeder von uns, er mag nun nahe oder ferne ſein, ſtets einen Freund be⸗ ſitzt, der bereit iſt, für den Andern in dem Augenblicke der Noth Gut und Blut und Leben— alles, nar die Ehre nicht, zu opfern: dieſe Zuverſicht, daß es einen Menſchen gibt, auf den man ſich in jedem Wechſel des Glückes verlaſſen kann, einen Menſchen, der nicht im Stande iſt, ein Verräther zu werden— ach, das iſt eine Freude, ein Troſt, ein Erſatz für jeden Schmerz, ja ſogar für den Schmerz der Trennung.“
Als er dieſe Worte ſagte, ſo ſtrahlte ſein ſchönes und edles Antlitz von einem Feuer, einer Begeiſterung, wie ich noch nie bei ihm geſehen hatte. Auch ich wurde be⸗ geiſtert, auch ich redete Worte voller Schwärmerei und brennender Kraft. Und wir ſchieden ſo, wie nur zwei Menſchen ſcheiden können, die ſich für unauſtoslich vereint
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