Teil eines Werkes 
11.-15. Bändchen (1846)
Entstehung
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Auf einer Reiſe, die ich durch das däniſche Land machte, wurde unſere Freundſchaft durch den einfachſten Zufall gegründet. Doch dieſer Zufall wurde für uns beide von unendlicher Wichtigkeit.

Eine mächtige Anziehungskraft bildete bald zwiſchen uns einen vertraulicheren Umgang. Wir wurden Freunde, und da wir beide in der Aeußerung unſrer Gefühle heftig waren, ſo gaben wir uns dieſer Freundſchaft mit einer Stärke hin, die bald alle anderen Gefühle überflüſſig machte wenigſtens glaubten wir dieſes ſelbſt.

Richard, der mich oft in Schweden beſuchte, hatte einige Monate auf Helgenäs verlebt, als er zu Ende ſeiner Urlaubszeit er war Lieutenant in der däniſchen Armee auf eine entlegene Feſtung commandirt wurde.

Nie vergeſſe ich den Tag, da wir uns trennten! O wie glücklich wären wir geweſen, wenn dieſer Abſchied eine ewige Trennung geworden wäre, wie uns die Ahnun⸗ gen zuflüſtern wollten!... Die Ahnung hat durch ihre geheimnißvolle Verbindung mit der äußeren Welt immer eine einwirkende Bedeutung; aber ſelten iſt es uns gege⸗ ben, ihre dunklen Räthſel zu deuten. Wir ahnen Hingang und Tod in allem, was dunkel iſt, als gäbe es keine fürch⸗ terlicheren und vollkommeneren Trennungen, als diejenigen, welche der Tod ſchafft...

Es war ein dunkelgrauer Herbſtmorgen. Die trüben Wogen rollten ſchwerfällig gegen den halb zerfallenen Hafendamm an der Nordſeite des ſogenannten Thurmes. Richard und ich ſtanden Arm in Arm an einem von den Fenſtern, die nach dieſer Seite hinaus liegen. Es war Richard's Zimmer. Er liebte ſo ſehr dieſen veralterten Theil des Gebäudes, und bewohnte immer eines der dorti⸗ gen Gaſtzimmer.

Getrieben von einer gleichgeſtimmten Unruhe, keinen einzigen der noch übrigen Augenblicke zu verlieren, waren wir früh aufgeſtanden, und doch, da wir uns nun hatten, da wir nun Arm in Arm ſtanden, hatten wir kaum ein