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Knöpfe an den Händen aufzuknöpfen, ſo wollte es nicht recht gehen.
„Ich wollte von Herzen wünſchen, daß der Junge
kein wildes Thier wird!“ ſagte Frau Stormbom gleichſam bei ſich ſelbſt. „Mutter! wie iſt's mit dem Rock?— Haſt Du die Aermel zugenäht?“— Doch ſtilll nun wurde ich flott.“ 3 „So, ſo! nun will ich weiter nichts mehr— zwei
Knoͤpfe ab und der Ueberſchlag an dem Medaillenrock zer⸗
riſſen! Verſtehſt Du, Vater, was ich ſage?“ „Nein, Mutter! doch wünſchte ich, daß Du nichts ſagteſt!“
„Ich ſage nur, Du ſollſt Deinen Geburtstag ſobald
nicht wieder feiern!“
Der Alte ſeufzte und gedachte der goldenen Zeit, da er ſich mit Hülfe des Rectificators in einen ſolchen Reſpect geſetzt hatte, wie er ihn nie in ſeinem eigenen Hauſe ge⸗ habt und auch nie bekommen ſollte.„Ich wünſche zu Gott, Mutter, daß Du mich nur ein einziges Mal auf der Fregatte geſehen hätteſt, beſonders wenn ich vor des Conſtablers Tochter ſtand— o, das war eine ſchöne Zeit! Ich rede nicht von Bootsmännern und Schiffsjun⸗ gen... die zitterten wie Espenlaub, wenn ich ſie nur anſah, ſondern ich rede von den Befehlshabern und von der Achtung, die ich höheren Ortes genoß; die Offiziere wußten die Verdienſte des Flaggenſchiffers Stormbom recht gut zu ſchätzen. Mir iſt immer, als wäre ich von ande⸗ rem Fleiſch und Blut, ſobald ich den Fuß auf das Ver⸗ deck ſetze!“
„Ja, Vater! ich weiß recht gut, daß Du auf der See ein tüchtiger Kerl biſt. Doch, nun kann's für heute Abend genug ſein... Komm nun, ſo helfe ich Dir, daß Du in die Koje kommſt!“
„Ach, Herr Gott, Mutter! Du biſt doch ein Chren⸗ weib! Gib mir einen Kuß!.. Ja, ein ſolches Weib,
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